Auf Einladung des Aachener Weinhändlers Aix Vinum hin, hatten wir Gelegenheit uns die WEINmesse berlin 2017 einmal genauer anzuschauen. Eine Messe ganz nach unserem Gusto – im Gegenteil zu manch anderen Messen heutzutage, wurden uns hier allerhand Möglichkeiten angeboten eigene kulinarische Erfahrungen zu sammeln, ohne gleich Gebinde weise Weine ordern zu müssen – was unserer Meinung nach auch das angemessene Credo einer Endverbraucher-Messe sein sollte.
Das Eingangsszenario erinnerte ein wenig an den Start des New York Marathon – die Menge versammelte sich gegenüber des Mercure Hotels, vor den großen Stahltoren des Messegeländes und blickte erwartungsvoll dem Startschuss entgegen.
Als dieser fiel hielten wir uns etwas zurück, um dem Gedränge der Besucher zu entgehen die – wie auf jeder Messe – gerne immer die ersten sein wollen. Mit den Jahren lernt man dazu – jede gute Messe ist wie ein gutes Buffet – es wird stets nachgelegt – denn nichts ist schädlicher für die Wahrnehmung als unangebrachter Stress.
Als sich der erste Pfropfen von Besuchern etwas verlaufen hatte betraten wir den Eingangsbereich der Messe und statteten uns sogleich mit ein paar Weingläsern auf Pfandbasis aus.
Bereits hier stiegen uns ein paar interessante Noten kulinarischer „Weinbegleiter“ in die Nase. Es gab neben den verschiedensten Käsesorten allerhand Backwerk und auch Deftiges zu verkosten. Unser Fokus lag jedoch diesmal auf den flüssigen Erzeugnissen, um die es ja bei einer Weinmesse auch gehen soll.
Die Messestände waren sehr zahlreich und erstreckten sich über mehrere Hallen. Es machte den Eindruck als ob ein jeder Winzer des Landes und darüber hinaus hier vertreten sei. Wir hatten uns zuvor aus dem handlichen Messeführer natürlich ein paar Anlaufstellen herausgesucht, und steuerten als erstes zum Weingut Laumersheim. Hier sollte es etwas Neues und ganz Feines geben – den edel süßen „Pälzer Scherry“ – schon der phantasievolle Name weckte unser Interesse.
Was soll ich sagen, eisgekühlt ein wirklich einmaliger Tropfen denn nicht jeder sein Eigen nennen kann. Die Flasche hatte mit ihren 0,375l genau das Maß, welches die Wahrscheinlichkeit von Kopfschmerzen am Folgetag im Zaume halten soll, sollte man das Fläschchen dann doch ad hoc leeren sollte.
Hiernach durchschritten wir die heiligen Hallen der Weine und ließen uns von weiteren Deutschen aber auch Ungarischem & Chilenischen Weinen inspirieren. Die Aussteller nahmen sich stets die Zeit beim Ausschenken nicht nur Verkaufsgespräche zu führen, sondern auch Details zu ihren Trauben, den jeweiligen Anbaugebieten und dem Keltern zum Besten zu geben.
Im Anschluss an unseren Rundgang pilgerten wir zu Aix Vinum – die Chance die gesamte Bandbreite der australischen Mollydooker Familie verkosten zu dürfen war zu verheißungsvoll. Schließlich sind sämtliche Shiraz Weine dieses Weingutes weltweit auf den höchsten Rängen der Bewertungslisten zu finden. Der 2012 Carnival of Love war laut Wine Spectator mit dem 2012 Jahrgang in 2014 der zweitbeste Wein weltweit…und den ersten Platz machte ein Port, was diesen Australier für uns persönlich zum Besten „echten“ Wein dieses Jahrgangs macht.
Es war ein fantastisches Erlebnis am Stand von Aix Vinum den gehaltvollen und fruchtigen Weinen wie den Boxer, den Carnival of Love oder auch den Blue Eyed Boy zu verkosten. Hierbei versorgte uns Niklas Kudlek von Aix Vinum mit allen Details der jeweiligen Weine und hatte zu jedem Jahrgang natürlich noch eine passende Geschichte parat – man merkt, dass der Mann in Aachen regelmäßig ordentliche Weinseminare veranstaltet. Seitens des Generalimporteurs von Mollydooker Weinen in Deutschland hatten wir das natürlich auch erwartet.
Es dauerte geraume Zeit bis wir uns von den reinen dunklen Trauben trennen konnten. Dann haben wir noch schnell für zu Hause einen 2012 Blue Eyed Boy gekauft und gerade noch genug Zeit gehabt, die zum Abschluss geplanten Köstlichkeiten, nämlich leckere Portweine zu probieren.
Sogevinus Fine Wines hatte als bester Produzent von Portweinen ein Angebot der Golden League 2016 auf dem Tresen stehen. Hier gab es die verschiedensten Jahrgänge Burmester und einiges an Kopke zu bestaunen.
Wenn man zum Finale derart süße und hochprozentige Portweine verkostet, ist es in jedem Falle angeraten sich vorab darüber im Klaren zu sein, was dies ggf. für den „Schädel“ am nächsten Tag bedeuten könnte – ganz abgesehen von der nötigen Heimkehr-Strategie – bei den Qualitäten gab es aber keinerlei Probleme.
Was soll ich sagen es war ein äußerst gelungener Abschluss, das nächste Taxi war unseres und wir hatten uns mit dem Kopke 10 & L.B.V. 2012 noch zwei gute Flaschen sichern können.
Unser Fazit, die WEINmesse berlin 2017 hat sich in jedem Falle gelohnt. Wir haben viel Neues, aber auch Bekanntes gesehen und genossen. Diese Messe könne wir guten Gewissens jedem empfehlen der einem guten Tropfen gewogen ist. Es war zwar recht voll, jedoch waren alle Besucher die wir trafen sehr aufgeschlossen und beseelt…wir freuen uns schon jetzt auf die nächste WEINmesse berlin.At the invitation of the Aachen wine dealer Aix Vinum, we had the opportunity to take a closer look at the WINEfair berlin 2017. A fair completely to our liking – in contrast to many other fairs nowadays, we were offered all kinds of opportunities to gather our own culinary experience without having to order wise wines at once – which in our opinion should also be the appropriate credo of an end consumer fair.
The opening scenario was a little reminiscent of the start of the New York Marathon – the crowd gathered opposite the Mercure Hotel, in front of the large steel gates of the exhibition grounds and looked forward to the starting signal.
When the starting signal was given, we held back a little to avoid the crowds of visitors who – as at every trade fair – always want to be the first. Over the years you learn more – every good trade fair is like a good buffet – it is always replenished – because nothing is more damaging to your perception than inappropriate stress.
When the first plug of visitors got lost, we entered the entrance area of the fair and immediately equipped ourselves with a few deposit-based wine glasses.
Already here we got some interesting notes of culinary „wine companions“. There were all sorts of cheeses, all kinds of pastries and hearty food to taste. But this time our focus was on the liquid products, which should also be the focus of a wine fair.
The exhibition stands were very numerous and extended over several halls. It made the impression as if every winegrower of the country and beyond was represented here. Of course, we had chosen a few places to go from the handy trade fair guide and headed first to the Laumersheim Winery. Here there should be something new and very fine – the noble sweet „Pälzer Scherry“ – already the imaginative name aroused our interest. What should I say, ice-cooled a really unique drop that not everyone can call his own. With its 0.375l, the bottle had exactly the right size to keep the probability of headaches in check on the following day if the bottle was to be emptied ad hoc.
After this we walked through the holy halls of the wines and were inspired by other Germans but also Hungarian & Chilean wines. The exhibitors always took the time not only to talk about sales, but also to give details about their grapes, the respective growing areas and the pressing.
After our tour we went on a pilgrimage to Aix Vinum – the chance to taste the whole range of the Australian Mollydooker family was too promising. After all, all Shiraz wines of this winery are on the highest ranks of the evaluation lists worldwide. The 2012 vintage of Carnival of Love was according to Wine Spectator in 2014 the second best wine worldwide…and the first place was taken by a port, which makes this Australian personally the best „real“ wine of this vintage for us.
It was a fantastic experience to taste the rich and fruity wines like the Boxer, the Carnival of Love or the Blue Eyed Boy at the Aix Vinum booth. Niklas Kudlek from Aix Vinum provided us with all the details of the respective wines and of course had a matching story for each vintage – you can see that the man in Aachen regularly organises proper wine seminars. On the part of the general importer of Mollydooker wines in Germany we had of course expected this.
It took some time until we could separate from the pure dark grapes. Then we quickly bought a 2012 Blue Eyed Boy for our home and had just enough time to taste the delicacies planned for the end, namely delicious port wines.
Sogevinus Fine Wines, as the best producer of port wines, had an offer of the Golden League 2016 on the counter. There were various vintages of Burmester and some Kopke to marvel at.
If you want to taste such sweet and high-percentage port wines for the final, it is advisable to be clear in advance what this might mean for the „skull“ the next day – quite apart from the necessary homecoming strategy – but there were no problems with the qualities.
What shall I say it was an extremely successful conclusion, the next taxi was ours and with the Kopke 10 & L.B.V. 2012 we were able to secure two good bottles.
Our conclusion, the WINEfair berlin 2017 was definitely worth it. We saw and enjoyed a lot of new, but also familiar things. We can recommend this fair with a clear conscience to anyone who is in favour of a good wine. It was quite full, but all the visitors we met were very open-minded and animated…we are already looking forward to the next WINEfair berlin.













