TOMRA 2022 – das InterviewTOMRA 2022 – the Interview

Zur Einleitung habe ich für Euch eine QuickInfo zu meinem Interviewpartner verfasst.

Ken Moynihan, ein gebürtiger Ire, ist seit Januar 2021 CEO von TOMRA Processed Food. Er ist ein absoluter Teamplayer und bringt mehr als eineinhalb Jahrzehnte Erfahrung in Führungspositionen in wachstumsstarken, transformativen und skalierenden Strukturen in das Unternehmen ein.

Neben seiner herausragenden fachlichen Kompetenz strahlt Ken durchweg eine positive Lebensenergie aus, die seine Teams über die Jahre zu preisgekrönten Höchstleistungen motiviert hat. Ken ist der Global Player in Person und hat in verschiedenen Kulturen in Südafrika, den USA und Neuseeland gearbeitet, gelebt und sich von ihnen inspirieren lassen. Bevor er zu TOMRA kam, war Ken CEO von Compac, dem Weltmarktführer für Frischobst-Sortiertechnologie, den TOMRA 2016 übernommen hat.

TOMRA Processed Food ist der Weltmarktführer bei der Sortierung von Kartoffeln, Nüssen, Gemüse und Trockenfrüchten. Eines von Kens gesetzten Zielen ist es, die globale Lebensmittelversorgungskette durch die Optimierung der Technologie nachhaltig zum Besseren zu verändern.

Und kulinarisch? Ken liebt alles, was frisch ist, und ist der Erste, der ein Gericht auf der Speisekarte probiert, dass er noch nie zuvor gesehen hat.

Und los geht es…

[Erik]: Hallo Ken – Mein Name ist Erik, ich betreibe den foodadvisorblog. Normalerweise schreibe ich über kulinarische Dinge, also über Hotels, Essen und solche Sachen. Aber meine erste Ausnahme, über so etwas wie Maschinen zu schreiben, die mit Nahrungsmitteln zu tun haben, war vor einigen Jahren TOMRA – und das ist auch der Grund, warum ich heute hier bin.

Einige der Dinge, die ich vor Jahren gesehen habe, haben sich in der Zwischenzeit weiterentwickelt, was mein Interesse geweckt hat. Zunächst habe ich ein paar allgemeine Fragen an Dich. TOMRA hat dieses Jahr sein 50-jähriges Bestehen. Herzlichen Glückwunsch dazu. Inwieweit ist der Pioniergeist der Gründerväter heute noch im Unternehmen spürbar?

[Ken]: Dieser Pioniergeist ist nach wie vor das Herzstück von TOMRA Food. Wir sind ständig dabei, neue Lösungen zu entwickeln, bestehende Technologien zu verfeinern und bessere Wege für eine enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden – Lebensmittelerzeugern, -Verarbeitern und -Verpackern zu finden. TOMRA Food ist u.a. durch die Übernahme von Unternehmen gewachsen, die ebenfalls diese Eigenschaften aufweisen.

Der Pioniergeist der Gründer von TOMRA spiegelt sich in all diesen Bereichen von TOMRA Food wider – es ist derselbe Geist der Innovation, des Wachstums und der Möglichkeit, die Welt zu verbessern, der alle Bereiche durchzieht und das Unternehmen zusammenhält. Auf diese Weise befähigen wir unsere Kunden, die Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten, den Ertrag und den Wert zu maximieren, eine gleichbleibende Produktqualität zu erzielen und die Lebensmittelverschwendung zu minimieren.

[Erik]: Wie haben sich die letzten drei Pandemiejahre auf Eure Unternehmungen ausgewirkt? Und gewinnt die Branche jetzt wieder spürbar an Schwung?

[Ken]: Wir haben Gegenmaßnahmen hinsichtlich der Reisebeschränkungen und dem fehlenden sozialen Miteinander ergriffen, indem wir für unsere Kunden mehr aus der Ferne tun. Wir haben unseren Remote-Service-Support ausgebaut und Live-Online-Maschinendemonstrationen eingeführt, die auch heute noch verfügbar sind.

Ich würde sagen, dass die Dynamik während der gesamten Pandemie vorhanden war, sie hat sich nur verschoben. Die Verlagerung von Lebensmitteldienstleistungen zum Einzelhandel war während der Pandemie signifikant; jetzt sehen wir eine Rückkehr in Richtung dieser Dienstleistungen, sie kommen wieder in Schwung.

[Erik]: Haben sich die Märkte aus Deiner Sicht verändert oder verlagert? Ich würde also gerne wissen, ob sich das Geschäft jetzt mehr nach Asien oder Australien verlagert hat und sich weniger in Europa abspielt, sprich hat sich das Geschäft verschoben?

[Ken]: Die Märkte verändern sich, aber nicht wegen der Pandemie. In vielen Entwicklungsländern gibt es eine langfristige Verschiebung, da die verfügbaren Einkommen steigen und die westliche Ernährungsweise immer beliebter wird. Dies zeigt sich in einer größeren Nachfrage nach Fast Food und Fertiggerichten zu Hause. Außerdem werden sich die Verbraucher in vielen Ländern der Welt zunehmend der Bedeutung der Nachhaltigkeit bewusst.

Die Einzelhändler haben auf die Erwartungen der Verbraucher reagiert, und diese wiederum erwarten von ihren Lieferanten, dass sie nachhaltige Geschäftspraktiken anwenden.  Außerdem ist der Anteil des Haushaltseinkommens, der für Lebensmittel ausgegeben wird, stark angestiegen und wird sich von 2017 bis zum nächsten Jahr (2023) voraussichtlich fast verdoppeln.

Mit dem zusätzlichen Kriegsdruck, der jetzt auf global gehandelten Rohstoffen und Betriebsmitteln wie Düngemitteln lastet, werden wir in den kommenden Jahren wahrscheinlich weitere bedeutende Veränderungen und Herausforderungen erleben.  Die Sicherstellung einer möglichst effizienten Lebensmittelversorgung wird immer wichtiger werden.

[Erik]: Inwieweit hat sich das neue Branding, d.h. die Unterteilung in TOMRA Processed Food und TOMRA Fresh Food, für Euch bemerkbar gemacht?

[Ken]: Die wichtigste Veränderung ist, dass es eine großartige Geschichte ist, um unseren Kunden zu vermitteln, wer wir sind und ihnen aufzuzeigen welchen Weg der Partnerschaft wir mit ihnen gehen um Herausforderungen zu bewältigen; es fängt unser Erbe ein und zeigt, wohin TOMRA Food als ein Führer der Ressourcenrevolution geht.

Wenn man die Geschichte von TOMRA Food erzählt und unseren Kunden die Stärke des gesamten Unternehmens erklärt, haben sie sofort Vertrauen in uns und unsere Fähigkeit, ihnen dabei zu helfen, ihre eigenen Unternehmen effizienter, nachhaltiger und letztendlich profitabler zu machen. Das ist eine großartige Geschichte, die wir jeden Tag leben.

[Erik]: Okay. Für die Kunden ist es sicherlich auch einfacher, den Ideen des Unternehmenssegments zu folgen, das sie betrifft, als es vorher mit TOMRA als Agglomerat der Fall war. Die Umstrukturierung hat es sicherlich auch einfacher gemacht, sich auf Veränderungen zu konzentrieren?

[Ken]: Operativ gibt es jetzt zwei Geschäftsbereiche, TOMRA Fresh Food und TOMRA Processed Food, jeder mit seinem eigenen Fachwissen und seinen Lösungen. Wir sind zwei Teile von TOMRA Food, und wir verbinden uns, um unser Fachwissen und unsere Talente in beiden Bereichen dort einzusetzen, wo es Sinn macht. So können wir unsere Größenordnung und unsere Ressourcen in allen Aspekten unseres Geschäfts nutzen, ohne die Kundennähe zu verlieren, die entscheidend ist, um unseren Branchen einen echten Mehrwert zu bieten.

[Erik]: Wann entstand die Idee für den TOMRA 5C und was war die treibende Kraft hinter dieser Innovation?

[Ken]: Die Kernkompetenz von TOMRA liegt in der Sensortechnologie: Wir nutzen die neueste Technologie über eine Reihe von Sensoren, um alles über jedes einzelne Lebensmittel zu wissen und auf der Grundlage dieser umfassenden Informationen eine Entscheidung für jedes einzelne Lebensmittel zu treffen.

Die TOMRA 5C war ein logischer Schritt nach vorn, da es die aller neueste Sensortechnologie mit den Fähigkeiten einer unserer bestehenden Freifall-Sortierplattformen verbindet, also war es ein naheliegender Schritt für uns. Die TOMRA 5C entspricht einem großen Bedürfnis des Marktes, verschiedene Arten von Defekten und Herausforderungen bei einer Reihe von Produkten zu erkennen – sei es gefrorenes Gemüse, Nüsse oder eine breite Palette anderer Lebensmittel.

[Erik]: Aus meiner Sicht ist die TOMRA 5C so etwas wie ein Meisterwerk, vor allem, weil sie so kompakt ist. Man kann sehr viel damit machen und sie sieht zudem noch schick aus. Vor allem die Datenverarbeitung in Kombination mit der ausgefeilten Sensorik bietet eine Menge Möglichkeiten. Das macht diese Innovation irgendwie sexy.

[Ken]: Ja, es steckt eine außergewöhnliche Menge an Technologie in dieser Maschine, die hochauflösende Laser mit TOMRAs innovativer biometrischer Identifikationstechnologie kombiniert. Das bedeutet, dass jedes Objekt, das die Linie passiert, nicht nur auf seine Farbe und Form, sondern auch auf seine biologischen Merkmale hin überprüft wird. Niemand sonst verfügt über diese Technologie.

[Erik]: TOMRA Processed Food spricht von biometrischen Merkmalen oder dem „Fingerabdruck“ von Obst und Gemüse – was genau meint Ihr damit und was ist das Besondere daran?

[Ken]: Die biometrische Signatur besteht aus den verschiedenen chemischen Verbindungen, aus denen ein Lebensmittel besteht und die auf unterschiedliche Weise auf elektromagnetische Stimulationen reagieren. Wir sind in der Lage, diese Unterschiede bei hoher Geschwindigkeit zu erkennen und zu verstehen, bei Durchflussraten von vielen Tonnen pro Stunde. Auf diese Weise können wir wirklich anfangen, spezifisch zu unterscheiden.

Selbst wenn zwei Teile für unser Auge fast identisch aussehen, können wir feststellen, wie unterschiedlich diese Teile beschaffen sind. Das ist eine Sensortechnologie, die es nur bei TOMRA gibt. Dahinter steckt eine intelligente Softwareplattform, mit der man das Verhalten des Geräts ändern und die Lebensmittel exakt so trennen kann, wie man es braucht.

[Erik]: Handelt sich dabei auch um ein eigenständig lernendes System?

[Ken]: Es ist nicht wirklich selbstlernend, aber es nutzt die neuesten KI-Techniken, um zu lernen, wie man sortiert.  Man muss der Maschine anhand von Beispielen beibringen, was sie tun soll. Die Sortierfunktion ist bereits vor eingestellt, und man kann der Maschine darüber hinaus beibringen, wie man dann sortieren möchte.

Das ist wirklich wichtig, denn die eingehenden Materialien können sehr unterschiedlich sein. Innerhalb eines Tages und einer bestimmten Region können sich die Eigenschaften des eingehenden Produkts plötzlich ändern, und darauf muss man schnell und präzise reagieren können. So kann man der Maschine im laufenden Betrieb anhand von Beispielen beibringen, dass man anders sortieren möchte.

[Erik]: Ich fand sehr interessant, was mir einer Deiner Kollegen vorhin erzählt hat, nämlich dass es Situationen geben kann, in denen man fast identisch aussehendes Sortiergut hat, von dem ein Teil giftig sein kann und deshalb natürlich komplett aussortiert werden muss.

Zudem wäre es natürlich eine feine Sache, wenn die Maschine gleichzeitig auch herausfinden könnte, ich weiß, dass TOMRA dafür schon Sensoren hat, wie süß einzelne Früchte sind. Aber aufgrund der hohen Sortiergeschwindigkeit in der 5C wird das sicher schwierig sein, oder? Eine sequenzielle Beprobung wäre hier sicher sinnvoll, denn die Qualität und Süße der Früchte schwankt sicher mit den Lieferungen der Obstbauern, die man durch solche Tests im Blick behalten könnte.

[Ken]: Ein Beispiel: Wenn man diese drei Stück Obst hier nimmt – einen Apfel, eine Birne und eine Mandarine – können wir den Zuckergehalt, die Süße, von allen dreien in Echtzeit bestimmen; das muss man nicht in einem Labor machen. Wir können jedes dieser Produkte auf seinem Weg durch die Produktionslinien erfassen und den Brix-Wert [Saccharose] bestimmen.

[Erik]: Und keiner Eurer Mitbewerber kann das?

[Ken]: Diese spezielle Technologie gibt es schon seit einiger Zeit, aber die Fähigkeit, dies zuverlässig und konsistent mit hoher Geschwindigkeit zu tun, ist der Kern dessen, wer wir sind und was wir tun – damit man die genaueste und konsistenteste Produktqualität für die Kunden erreicht.

[Erik]: Inwieweit konntet Ihr Aspekte wie Fernwartung, Prozessfernüberwachung und das Konzept der Hilfe zur Selbsthilfe während der Pandemie weiterentwickeln?

[Ken]: Die Pandemie hat einen Weg beschleunigt, den wir bereits eingeschlagen hatten, um unsere Kunden aus der Ferne zu unterstützen und zu helfen.

Ein Beispiel dafür ist die Verbindung zu einer Maschine, um ein Problem zu diagnostizieren, was während der Pandemie eine absolute Notwendigkeit wurde. Wir waren sogar in der Lage, einige große Installationen vorzunehmen, bei denen wir keine Techniker vor Ort hatten: Wir stellten eine Verbindung her und unterstützten die Mitarbeiter vor Ort, die die Maschinen noch nie zuvor gesehen hatten, aus der Ferne, und sie konnten die Anlagen rechtzeitig vor der Saison in Betrieb nehmen. Diese Expertise lag bereits vor und wurde Zusehens optimiert. So war TOMRA in der Lage, während der gesamten Pandemie pünktlich und vollständig zu liefern.

Ein weiteres Beispiel ist die Verbindung zu den Maschinen und die Möglichkeit, Daten von ihnen zu extrahieren. Viele unserer Kunden haben nicht mehr nur eine oder zwei Maschinen, sondern 25 oder 30, und sie wollen die Konsistenz der Produkte, die sie in mehreren Werken weltweit herstellen, sehen und verstehen können. Sie wollen die Qualität des Eingangs und des Endprodukts sehen, eine gleichbleibende Qualität gewährleisten und dann die Informationen an die Erzeuger und den Markt weitergeben, damit sie ihre Produkte entsprechend verkaufen können. Dieser Ansatz war bereits seit Längerem Gegenstand unserer Entwicklung und diese wurde durch die Pandemie zusätzlich beschleunigt.

[Erik]: Ich empfand die Demonstration Eurer Online-Support- und Schulungslösung als sehr interessant und zielführend. An Eurer Stelle, würde ich diesen Ansatz definitiv weiter optimieren, unabhängig davon, ob die Pandemie zu Ende geht. Denn was ich persönlich in der Pandemie gelernt habe, ist, dass Online-Meetings – zum Beispiel ein Zoom- oder MS-Teams-Meeting – viel produktiver sein können als reale Meetings – ganz zu schweigen von Faktoren wie Reisekosten.

Man muss nicht so viel über Nebensächlichkeiten reden, sondern kann sich mehr auf das Wesentliche konzentrieren. Und ich denke, Eure Kunden wissen diese Art von Hilfe und Unterstützung zu schätzen. Bietet Ihr auch verschiedene Wartungsstufen an, wie zum Beispiel „Bronze/Silber/Gold“ – das wäre doch ein ausbaufähiges Konzept, oder?

[Ken]: Ja, es gibt Kunden, die sehr gut alleine zurechtkommen, die wissen wollen, wie sie sich selbst verwalten können und die Dinge auf ihre Weise erledigen. Die meisten Kunden wünschen sich mehr Unterstützung, vor allem wenn sie größere Installationen mit mehreren Maschinen betreiben. Sie kennen ihr Geschäft besser als jeder andere, aber wir haben Tausende von Installationen, wir kennen die Maschinen und ihre Möglichkeiten besser als jeder andere.

Wir bringen also diese beiden Arten von Fachwissen zusammen. Wir helfen den Kunden, ihre Geschäftsziele zu erreichen, aber wir sagen ihnen nicht, wie sie ihr Geschäft führen sollen – das wissen sie selbst, und wir helfen ihnen beim technischen Teil der Maximierung dessen, was die Geräte für sie tun können.

[Erik]: Es könnte also eine Art Nebengeschäft daraus resultieren.

[Ken]: Ganz genau. Aber wir befinden uns alle in der Anfangsphase einer neuen Ära der Digitalisierung und Vernetzung, und in Zukunft könnten und sollten wir noch viel mehr tun.

Ein Lebensmittel-Verarbeiter könnte eine Stunde lang mit einem unserer Experten zusammenarbeiten, und dann könnte dieser Experte den ganzen Tag über vom nächsten Kunden zum nächsten Kunden gehen, ohne in ein Flugzeug steigen und um die Welt reisen zu müssen.

[Erik]: Es ist eine Win-Win-Situation. Du lernst von ihnen und sie lernen von dir.

[Ken]: Auf jeden Fall, und das ist die Partnerschaft und wie wir zusammen wachsen!

[Erik]: Ich denke, dass Nachhaltigkeit und die Erhaltung von Ressourcen etwas sind, worüber jedes Unternehmen, das mit Lebensmitteln handelt, nachdenken sollte. Unsere Vorfahren wussten schon vor Jahrhunderten, wie sinnvoll es ist, alles zu nutzen, was zum Beispiel ein Nutztier zu bieten hat – hier wurde nichts weggeworfen.

Heutzutage steht das Wissen um den Respekt und die moralische Verpflichtung zu nachhaltigem Handeln natürlich noch mehr im Vordergrund, denn Ressourcen sind oft endlich und nachhaltiges Handeln ist eine Frage des Images eines Unternehmens.

Vor vielen Jahren wurde in Deutschland der Beruf des Ver- und Entsorgers etabliert. Diese Berufsgruppe hatte und hat die Aufgabe, die vermeintlichen Abfallprodukte eines Produktionsprozesses einer sinnvollen und im Idealfall gewinnbringenden Verwendung zuzuführen – also zu überlegen, was man mit den Dingen, die übrig bleiben, machen kann. Im Falle der Obstproduktion und -Sortierung können dies die Stiele der Früchte sein, die einer weiteren Verwendung zugeführt werden.

Eine interessante Kooperation gab es in Deutschland zum Beispiel in Bezug auf das verbrauchte, feuchte Kaffeepulver, wie es täglich in den vielen Kaffeeketten anfällt. Hier haben einige innovative Köpfe die Idee ins Leben gerufen, es in Tetra Paks abzufüllen und versetzt mit Pilzsporen und ökologisch versiegelt an den Endverbraucher zu verkaufen. Diese öffnen das Ganze zu Hause, damit Luft eindringen kann, fügen bei Bedarf etwas Wasser hinzu und haben dann im Handumdrehen erntefische Pilze ihrer Wahl in der eigenen Küche.

[Ken]: Absolut, es gibt eine außerordentliche Menge an Verschwendung im System. Im heutigen globalen System nehmen die Menschen die am niedrigsten hängenden Früchte, den einfachsten Ertrag, und ziehen dann weiter. Wenn man anfängt, darüber nachzudenken, welche Ressourcen genutzt werden können und wie, da die Bevölkerung boomt und die Mittelschicht auf der ganzen Welt wächst, wir nur eine Welt haben und das meiste Ackerland bereits genutzt ist. Wie kann man die Menschen ernähren? Wie stellt man sicher, dass man die Nachfrage nach Lebensmitteln befriedigen kann?

[Erik]: Es ist interessant, denn vor 100 Jahren oder sogar vor 1000 Jahren haben unsere Vorfahren nachhaltig gehandelt. Offensichtlich haben wir auf dem Weg in die heutige Zeit irgendwie die Fähigkeit verloren, so zu handeln, und jetzt brauchen wir diese wieder.

[Ken]: Absolut, während wir die Industrialisierung fortsetzen, hat die erste Welle die am niedrigsten hängenden Früchte genommen. Und jetzt kommen wir durch den Zyklus zurück und finden viel mehr Wert durch intelligentere Technologie und effektivere, nachhaltige Praktiken.

[Erik]: Danke, Ken – dies waren meinen vorerst letzten Fragen an Dich. Es waren ein paar mehr, als ich mir im Voraus notiert hatte, aber das Interview mit Dir war informativ und hat mir viel Freude bereitet.

Deine Offenheit und direkte und erfrischende Art haben sicherlich dazu beigetragen, dass es so unterhaltsam war. Ich wünsche Euch weiterhin viel Erfolg auf der FRUIT LOGISTICA und werde jetzt die Gelegenheit nutzen, um im Anschluss ein paar Schnappschüsse von Euren Maschinen zu machen. Besonders natürlich von den blauen Flügeltüren – fast wie bei den alten Mercedes-Benz SL Modellen – der TOMRA 5C.

[Ken]: Danke Erik, es war mir ein Vergnügen – also mach die Fotos und hinterlasse uns bestenfalls ein paar deiner innovativen Ideen. Aber warte mal, als versierter Food-Blogger kannst du uns doch sicher einen Tipp geben, wo man heute Abend am besten in der Stadt essen kann?

[Erik]: Heute Abend? Ich habe natürlich ein gutes Steakhaus für Euch im Sinn, aber ehrlich gesagt gehe ich davon aus, dass Ihr heute im Rahmen der Messe sicher nicht richtig Essen gehen könnt. Aber wir können ja für Euren nächsten Besuch in Berlin etwas planen. Bis dahin, alles Gute für Dich und bleib gesund!

[Ken]: Das stimmt wohl, dann gerne beim nächsten Mal. Vielen Dank Erik und auf bald!

[Erik]: Ich würde mich freuen – wir sehen uns!

Dieses Interview fand am 6. April 2022 auf der FRUIT LOGISTICA 2022 in Berlin statt. ©foodadvisorblog

<<< Hier geht es zurück zum Interview Intro <<<First of all, a quick info on my TOMRA interview partner at FRUIT LOGISTICA 2022 in Berlin.

Ken Moynihan, a native of Ireland, has been CEO of TOMRA Processed Food since January 2021. He is an absolute team player and brings to the company more than a decade and a half of experience in leadership roles in high-growth, transformational and scaling structures.

In addition to outstanding technical expertise, Ken consistently exudes positive life energy that has motivated his teams to award-winning high performance over the years. Ken is the Global Player personified and has worked, lived and been inspired by different cultures in South Africa, USA as well as New Zealand. Prior to joining TOMRA, Ken was CEO of Compac, the global leader in fresh fruit sorting technology, which TOMRA acquired in 2016.

TOMRA Processed Food is the global leader in sorting potatoes, nuts, vegetables and dried fruits. One of Ken’s set goals is to stringently change the global food supply chain for the better by optimizing technology.

And culinary? Ken loves all fresh food and is the first to try the dish on the menu that he’s never seen before.

And here we go…

[Erik]: Hello Ken – My name is Erik, I´m managing the foodadvisorblog. Normally I write about culinary things, anything like hotels, food and stuff like this. But my first exception, to write about such a thing like machines, which have a relation to food was TOMRA some years ago – and that’s the reason because I’m here today.

Some of the things which I saw years ago have developed further in the meantime, which aroused my interest. So, at first, I got some general questions to you. This year TOMRA got its 50th anniversary. Congratulations to that. To what extent can the pioneering spirit of the founding fathers still be felt in the company today?

[Ken]: That pioneering spirit remains at the heart of TOMRA Food. We are constantly innovating new solutions, refining existing technologies, and introducing better ways of working closely with our customers – food growers, processors and packers. One of the ways TOMRA Food has grown is through acquisitions of businesses that also have these characteristics.

The pioneering spirit of TOMRA’s founders is echoed in all these parts of TOMRA Food – it’s the same spirit of innovation, growth and opportunity to improve the world that runs through all of them and binds the organization together. This is how we empower our customers to ensure food safety, maximize yield and value, achieve consistent product quality, and minimize food waste.

[Erik]: How have the last three pandemic years affected your ventures? And is the industry now noticeably gaining momentum again?

[Ken]: We took countermeasures to the restrictions on travel and social mixing by doing more for our customers remotely. We expanded our remote service support and introduced live online machine demonstrations, which continue to be available today.

I would say that the momentum has been there throughout the pandemic, it just moved around. The shift from food service to retail was significant throughout the pandemic; now, we’re seeing a move back to food service as it takes off again.

[Erik]: From your point of view, have the markets changed or shifted? What I would like to ask with that, is the business now playing out more in Asia or Australia and less in Europe, has that kind of shifted.

[Ken]: Markets are changing, but not because of the pandemic. There’s a long-term shift in many developing nations, where disposable incomes are increasing, and western-style diets are becoming more popular. This is seen in greater demand for fast food and convenience foods at home. And consumers in many nations around the world are becoming increasingly aware of the importance of sustainability.

Retailers have responded to consumers‘ expectations, and they, in turn, expect suppliers to adopt sustainable business practices.  With that said, we’ve also seen a major increase in the % of household income that is spent on food – anticipated to almost double from 2017 through next year (2023).

With the additional pressure of war now on globally traded commodities and inputs such as fertilizer, we are likely to see more significant changes and challenges in the coming years.  Ensuring the food supply is as efficient as possible will be ever more important.

[Erik]:To what extent has the new branding, i.e., the subdivision of TOMRA Processed Food and TOMRA Fresh Food made noticeable for you?

[Ken]: The key change is that it’s a great story to explain to our customers; who we are, and our history of partnering with them to solve problems; it captures our heritage and demonstrates where TOMRA Food is heading as a leader of the resource revolution.

When you tell the TOMRA Food story and you explain the strength of the whole organization to our customers, they immediately have confidence in who we are and our ability to help them make their own businesses more efficient, more sustainable, and ultimately more profitable. It’s a great story and one we live every day.

[Erik]: Okay. It is certainly also easier for customers to follow the ideas of the company segment that concerns them than it was before with TOMRA as an agglomerate. The reorganization has certainly also made it easier to focus on changes?

[Ken]: Operationally, there are now two business areas, TOMRA Fresh Food and TOMRA Processed Food, each with its own specialized expertise and solutions. We are two parts of TOMRA Food, and we connect to elevate our expertise and talents across both areas where it makes sense, enabling us to leverage our scale and resources across all aspects of our business, without losing the customer intimacy that is critical to delivering real value into our industries.

[Erik]: When did the idea for the TOMRA 5C come about and what was the driving force behind this innovation?

[Ken]: TOMRA’s core competency is in sensing technology: using the latest technology across a range of sensors to know everything there is to know about each piece of food, and allow you to make a decision for each piece, from that rich information.

The TOMRA 5C was a logical step forward, integrating the very latest sensing technology with the capabilities of one of our existing freefall sorting platforms, so it was an obvious step for us. The TOMRA 5C answers a big need in the market to see different kinds of defects and different kinds of problems on a range of products – whether frozen vegetables, nuts, or indeed a very wide range of other foods.

[Erik]: From my point of view, the TOMRA 5C is kind of like a masterpiece, especially because it’s so compact. You can do a lot with it and in addition it still looks fancy. Especially the data processing in combination with the sophisticated sensor technology offer a lot of possibilities. That makes this innovation kind of sexy.

[Ken]: Yeah, there’s an extraordinary amount of technology packed into that machine combining high-resolution lasers with TOMRA’s innovative Biometric Signature Identification technology. This means that every object passing down the line is assessed not only for its color and shape, but also its biological characteristics. No one else has this technology.

[Erik]: TOMRA Processed Food talk about biometric characteristics or ‚fingerprint‘ of fruits and vegetables – what exactly do you mean by that and what is special about it?

[Ken]: The biometric signature is the different chemical compounds that make up the food and respond to electromagnetic stimulation in different ways. We’re able to sense and understand these differences at high speed, at flow rates of many tons per hour. By doing that, we can really start to separate out with specificity.

Even if two pieces look almost identical to our eyes, we can determine what the different makeup of those pieces is. It’s a sensing technology that’s unique to TOMRA. What’s more, an intelligent software platform sits behind it, allowing you to change how it behaves and separate out the food exactly the way you need it to.

[Erik]: Is it also a self-learning system?

[Ken]: It’s not exactly self-learning, but rather uses the latest AI techniques to learn how to sort.  You need to teach the machine, from examples, what you want it to do. It comes pre-set with sorting capability, and then you can teach the machine on top of that how you want to sort right now.

That’s really important, because incoming materials can vary greatly. What happens in the growing season, within a day and a certain region, can suddenly change the characteristics of the incoming product, and it’s necessary to be able to respond to this quickly and accurately. So, you can teach the machine on the fly, by showing it examples, that you want to sort in a different way.

[Erik]: I found what one of your colleagues told me earlier very interesting – namely that there can be situations in which you have almost identical-looking sorting material, part of which can be toxic and must therefore of course be sorted out completely.

Apart of that it would be a fine thing, of course, if a machine could also find out at the same time – I know TOMRA already has sensors for this – how sweet individual fruits are. But due to the high speed of sorting in the 5C, this will certainly be difficult, right? Sequential sampling would certainly make sense here, because the quality and sweetness of the fruit will certainly vary with the deliveries from the fruit growers, which could be kept in view by such tests.

[Ken]: As an example: if you take these three pieces of fruit here – an apple, a pear and  a mandarin – we can tell you the sugar content, the sweetness, of all three of those in line, in real time; you don’t need to do it in a lab. We can sense each of these as they travel through the production lines and tell you the Brix [sucrose] level.

[Erik]: And there is no competitor who can do this?

[Ken]: This particular technology has been around for some time, but the ability to do it reliably and consistently at high speed, that’s the core of who we are and what we do – allowing you to have the most accurate and consistent product quality for your customers.

[Erik]: To what extent have you been able to further develop aspects such as remote maintenance, remote process monitoring and the concept of helping customers to help themselves during the pandemic?

[Ken]: The pandemic accelerated a journey we were already on to support and assist our customers remotely.

One example of this is connecting to a machine to diagnose an issue, which became an absolute requirement in the pandemic. We were even able to go ahead with some large installations where we did not have any engineers on the ground: we connected and remotely supported local people who had never seen the machines before, and they were able to get the lines up and running in time for the season. We had that capability already, but it was accelerated. So TOMRA was able to deliver on time and in full, throughout the pandemic.

Another example is the connection to the machines, and the ability to extract data from them. Many of our customers no longer have just one or two machines; some have 25 or 30 machines and they want to be able to see and understand the consistency of the product they’re producing across multiple plants worldwide. See the incoming quality, see what the end product is, maintain consistent quality and then feed information back to growers and forward into the market to adjust how they’re selling their product. That’s been in development for a long time and was accelerated by the pandemic.

[Erik]: I found the demonstration of your online support & training solution very interesting and purposeful. If I were you, I would continue to optimize this approach, regardless of whether the pandemic ends. Because what I personally learned in the pandemic is that online meetings – for example a Zoom or MS Teams meeting – can be much more productive than real meetings – not to mention the travel costs.

You don’t have to talk a lot about incidentals, you can focus more on the real thing. And I think your customers appreciate this kind of help & support. Do you also offer different maintenance levels here, like „Bronze/Silver/Gold“ for example – that would be an expandable concept, wouldn’t it?

[Ken]: Yeah, certain customers are very comfortable operating on their own, they want to understand how to manage themselves and do things their way. Most customers desire more support, especially if they are running larger installations with multiple machines. They know their business better than anyone, but we have thousands of installations, we understand the machines and what they can do better than anyone.

So we bring together those two sets of expertise. We help customers hit their business objectives but we don’t tell them how to run their business – they know how to do that, and we help with the technical part of maximizing what the equipment can do for them.

[Erik]: So, it could be a kind of side-business.

[Ken]: Exactly. But we are all in the early stages of a new era of digitalization and interconnectedness, and in the future, there’s a lot more we could and should be doing.

A food processor could work with one of our experts for one hour, and then that expert could move on to the next customer, and the next customer, throughout the day, without having to get on a plane and travel across the world.

[Erik]: It’s a win/win situation. You learn from them and they learn from you.

[Ken]: Absolutely, and that’s the partnership and how we grow together!

[Erik]: I think sustainability and the conservation of resources is something that every company that deals with food should think about. Centuries ago, our ancestors were already aware of how sensible it is to use everything that a farm animal has to offer, for example – here, nothing was thrown away.

Nowadays, the knowledge of respect and the moral obligation to act sustainably is of course even more in focus, because resources are often finite and sustainable action is a question of a company’s image.

Many years ago, the profession of supply and disposal manager was established in Germany. This occupational group had and still has the task of putting the supposed waste products of a production process to a sensible and, ideally, profitable use – in other words, to think about what we can do with the things that are left over. In the case of fruit production and sorting, this can be the stems of the fruit that are put to further use.

There was an interesting cooperation in Germany, for example, with regard to the spent, wet coffee powder, as it is produced daily in the many coffee chains. Here, a few innovative minds brought to life the idea of filling tetra packs with it and selling them to the end consumer, spiked with fungal spores and ecologically sealed. The customers open the whole thing at home so that air can get in, add some water if necessary and then have mushrooms of their choice freshly harvested in their own kitchen in no time at all.

[Ken]: Absolutely, there’s an extraordinary amount of waste in the system. In the global system today, people are taking the lowest hanging fruit, the easiest yield, and then moving on. When you start thinking deeply about what resources can be used and how, as the population is booming and the middle class is growing around the world, we’ve only got one world and most of the arable land is already used. How do you feed people? How do you make sure you meet the demand for food?

[Erik]: It’s interesting because 100 years ago, or even 1000 years ago, that’s what they were doing – our ancestors were acting sustainably. Apparently, on the way to today, we somehow lost the ability to act that way, and now it’s coming back.

[Ken]: Absolutely, as we continue industrialization, the first wave took the lowest hanging fruit. And now we’re coming back through the cycle and finding much more value through smarter technology and more effective, sustainable practice.

[Erik]: Thank you Ken – I’m done with my questions to you. There were a few more than I had noted down in advance, but the interview with you was informative and gave me a lot of pleasure.

Your openness and your direct and refreshing manner certainly contributed to the fact that it was so entertaining. I wish you continued success at FRUIT LOGISTICA and will take the opportunity to take a few snapshots of your machines afterwards. Especially of course of the blue gullwing doors – almost like the old Mercedes-Benz SL models – of the TOMRA 5C.

[Ken]: Thanks Erik, it’s been a pleasure – so take the photos and at best, leave us some of your innovative ideas. But wait, as a savvy food blogger, surely you can give us a tip on the best place to eat in the city tonight?

[Erik]: Tonight? Of course, I have a good steakhouse in mind for you, but honestly, I assume that you will certainly not be able to eat properly today in the context of the fair. But we can plan something for your next visit to Berlin. Until then, all the best for you and stay healthy!

[Ken]: That’s probably right, then gladly next time. Thanks Erik and see you soon!

[Erik]: I would be glad – see you!

This interview took place on April 6, 2022 at FRUIT LOGISTICA 2022 in Berlin. ©foodadvisorblog

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