Cali Terpene | Álvaro

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Álvaro Bahillo Villarte ist Sales Manager bei Cali Terpenes S.L. Der studierte Biologe (MSc Biodiversity) vereint seine Leidenschaft für Naturwissenschaften mit strategischem Vertrieb. Er berät Unternehmen weltweit dabei, wie hochwertige, rein botanische Terpenprofile in Branchen von Aromatherapie bis Vaping erfolgreich eingesetzt werden.

Álvaros Kernkompetenz: Er macht nicht nur guten Vertrieb, sondern nutzt sein biologisches Wissen für das Product Development Consulting. Er hilft Kunden also direkt bei der Produktentwicklung (z.B. für E-Liquids, Kosmetik oder Lebensmittel).

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Die Philosophie von Cali Terpenes & globale Marktentwicklung

[Erik]: Hallo Álvaro, ich freue mich, dich hier auf der Mary Jane 2025 in Berlin persönlich zu treffen. Schon zu Beginn meiner Recherchen wurde mir von vielen Seiten – insbesondere von erfahrenen Breedern – geraten, mich an Cali Terpenes zu wenden.

Ihr steht also an der Spitze des Who’s who der weltweiten Terpen-Produzenten. Was zeichnet euch aus und was unterscheidet euch von euren Mitbewerbern, Álvaro?

[Álvaro]: Dankeschön! Unser Ziel bei Cali Terpenes war es schon immer, eine wirklich vielseitige und reine Zutat als Rohstoff anzubieten – eine, die es uns ermöglicht, weitaus mehr Märkte zu erschließen: von Lebensmitteln und Getränken über Kosmetika und Vaping bis hin zu therapeutischen Anwendungen.

Was uns wirklich abhebt, ist unser absoluter Fokus auf Präzision und Transparenz. Jede Formulierung basiert auf 100 % natürlichen, pflanzlichen Terpenen, die auf Basis analytischer Daten von echten Cannabisprofilen exakt rekonstruiert werden – ganz ohne Verunreinigungen oder Zusatzstoffe.

Wir legen enormen Wert auf Sicherheit, Konsistenz und die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften, was unsere Produkte sowohl für den industriellen als auch für den medizinischen Einsatz qualifiziert.

Letztendlich liegt unsere Stärke in der Verbindung von wissenschaftlicher Genauigkeit und einer echten Leidenschaft für die Pflanze – das macht den Unterschied.

[Erik]: Welche Märkte zählt Cali Terpenes aktuell zu seinen Kunden? Wie sehen die Profile eurer Kunden aus und welche regulatorischen Hürden musstet ihr dabei meistern?

[Álvaro]: Cali Terpenes ist enorm gewachsen und bedient heute ein sehr vielfältiges Spektrum an Märkten – und genau darauf haben wir von Anfang an abgezielt. Heute kommen unsere Kunden aus Branchen wie der Cannabisindustrie, dem Vaping-Sektor, dem Lebensmittel- und Getränkebereich, der Kosmetik und der Aromatherapie.

Wir arbeiten mit Großproduzenten und Produktentwicklern ebenso zusammen wie mit kleinen Craft-Manufakturen. Was sie alle vereint, ist der Anspruch an Präzision, Konsistenz und Compliance – sie suchen nach authentischen Aromaprofilen und standardisierter Qualität, die den weltweiten Vorschriften entsprechen.

Eine der größten Herausforderungen für uns war die Vielfalt der rechtlichen Rahmenbedingungen in den verschiedenen Ländern. Jeder Markt hat seine eigenen Regeln, wie Terpene deklariert oder importiert werden dürfen. Deshalb haben wir massiv in Dokumentation, Analytik und Qualitätszertifikate investiert, um absolute Transparenz und Sicherheit zu garantieren.

Am Ende haben uns diese Herausforderungen nur stärker gemacht: Sie haben uns dazu angetrieben, Lebensmittelstandards wie ISO 9001 und 22000 strikt einzuhalten und kontinuierlich innovativ zu bleiben, ohne unsere Wurzeln in der Botanik und Nachhaltigkeit aus den Augen zu verlieren.

[Erik]: Und wie sieht es mit den Anwendungen und Kundenprofilen aus?

[Álvaro]: Wie schon erwähnt, war es immer unsere Absicht, eine reine und wirklich vielseitige Zutat anzubieten. Die potenziellen Anwendungsmöglichkeiten für Terpenprofile sind in den jeweiligen Märkten noch nicht einmal ansatzweise ausgeschöpft.

Es gibt noch so viele Möglichkeiten der Weiterentwicklung – nicht nur aus Sicht der reinen Produktformulierung, sondern auch aus einer Marketing- und Konzept-Perspektive. Einer der größten Trends von heute ist der Wellness- und Functional-Food-Ansatz. Terpene haben die unglaubliche Fähigkeit, genau diese Qualitäten in viele Produkte einzubringen, die branchenübergreifend bereits etabliert sind.

Der Getränkesektor ist dafür ein perfektes Beispiel – die Möglichkeiten dort sind schlichtweg verrückt. Man kann Getränke kreieren, die nicht nur großartig schmecken und riechen, sondern dank der Terpene auch funktionale oder stimmungsaufhellende Effekte bieten. Genau dort findet momentan unglaublich viel Innovation statt.

[Erik]: Oh ja, die Supplement-Industrie wächst rasant.

[Álvaro]: Immer mehr Marken suchen nach natürlichen Verbindungen, die Vitamine, Adaptogene oder Pflanzenextrakte ergänzen können – und Terpene passen perfekt in dieses Bild.

Sie helfen dabei, gezieltere Rezepturen zu entwickeln, die je nach Profil Entspannung, Fokus oder Energie unterstützen. Und weil unsere Terpene lebensmittelecht und standardisiert sind, lassen sie sich sicher und völlig unbedenklich in Kapseln, Tinkturen oder Functional Drinks integrieren. Es ist ein extrem dynamisches Feld.

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Vom Biologen zum Terpen-Experten

[Erik]: Álvaro, nun ein paar Fragen zu dir. Was hast du beruflich gemacht, bevor du ins Terpen-Business eingestiegen bist?

[Álvaro]: Bevor ich zu Cali Terpenes kam, habe ich an der Universität Barcelona in der Abteilung für Meeresvogel-Ökologie gearbeitet. Ich bin Biologe, daher war der Einstieg in die Cannabisbranche mit meinem naturwissenschaftlichen Hintergrund eine wirklich aufregende und spannende Reise für mich.

Ich musste mein Wissen in Botanik und Pflanzenphysiologie etwas auffrischen, aber ganz ehrlich: Dieses neue Feld hat mich extrem motiviert. Während meines Biologiestudiums habe ich zudem mehrere Jahre in Bars und in der Cocktail-Mixologie gearbeitet.

Es scheint, als hätte das Leben irgendwie alles zusammengeführt – heute fokussiere ich mich bei Cali Terpenes hauptsächlich auf die Lebensmittel- und Getränkeindustrie, wo ich unglaubliche Motivation schöpfe und wir großartige Ergebnisse erzielen.

[Erik]: Wann hattest du deine erste persönliche Erfahrung mit Cannabis in Lebensmitteln oder Getränken – ob berauschend oder nicht? War es der legendäre „Hash-Cookie“, ein aromatisiertes Bier oder ein Cocktail – was war es, Álvaro?

[Álvaro]: Ich habe eine Zeit lang auch geraucht, und ich erinnere mich sehr genau daran, weil das in der Zeit war, als ich auf den Kanaren gelebt und studiert habe. Ich habe von Anfang an immer versucht, einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Konsum zu pflegen – denn das ist wirklich der einzige Weg, die Vorteile dieser Pflanze auf eine „gesunde“ Art und Weise zu genießen.

[Erik]: Álvaro, als Teil des weltweiten Terpen-Geschäfts muss ich dich fragen: Ist das kulinarische Thema der Aromatisierung mit aus Cannabis abgeleiteten Terpenprofilen tatsächlich auf dem Vormarsch?

[Álvaro]: Absolut! Die kulinarische Nutzung von Cannabis-Terpenprofilen nimmt definitiv Fahrt auf, und es ist ein unglaublich spannender Trend. Immer mehr Köche, Mixologen und Produktentwickler erkennen, dass Terpene es ihnen ermöglichen, authentische Aromen, geschmackliche Komplexität und sogar funktionale Eigenschaften hinzuzufügen – völlig ohne psychoaktive Wirkung.

Wir sehen hier nicht nur Wachstum bei Cannabis-Infused-Produkten, sondern auch in ganz alltäglichen kulinarischen Anwendungen: von Cocktails und Craft-Getränken bis hin zu Desserts und Functional Foods. Die Vielseitigkeit von Terpenen – kombiniert mit ihrer Reinheit und Standardisierung – macht sie zur idealen Grundlage für Innovationen.

Ganz gleich, ob es darum geht, neue Geschmackserlebnisse zu kreieren oder wellness-orientierte Vorteile wie Entspannung, Fokus oder Stimmungsaufhellung zu integrieren.

Kurz gesagt: Der Markt beginnt gerade erst, die Möglichkeiten auszuloten, und das Potenzial ist schlichtweg enorm.

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Botanische Terpene vs. Cannabis-Terpene: Ein Paradigmenwechsel

[Erik]: Bevor wir detaillierter über Terpene sprechen, möchte ich vorab klarstellen, dass Cali Terpenes einen ganz eigenen Weg eingeschlagen hat, um hochwertige und vor allem stabile Terpenprofile herzustellen. Ihr habt euch entschieden, andere botanische Quellen als Cannabis zu nutzen, um die originalen Cannabisprofile nachzubauen. Was sind eure Gründe für diese Entscheidung?

[Álvaro]: Ja, das ist völlig richtig. Von Anfang an war es unser Ziel bei Cali Terpenes, hochwertige, stabile und reproduzierbare Terpenprofile anzubieten. Die Nutzung anderer pflanzlicher Quellen anstelle von direktem Cannabis ermöglicht uns genau das.

Hinter diesem Ansatz stehen mehrere handfeste Gründe:

  1. Konsistenz und Stabilität: Cannabis selbst kann stark variieren – abhängig von den Anbaubedingungen, der Ernte und der Lagerung. Indem wir Terpene aus anderen Pflanzen gewinnen, können wir ein und dasselbe Profil zuverlässig reproduzieren, Charge für Charge.
  2. Sicherheit und regulatorische Compliance: Pflanzliche Quellen, die nicht von Cannabis abstammen, erlauben es uns, Terpene in Lebensmittelqualität (Food-Grade) herzustellen, die zu 100 % konform und frei von psychoaktiven Verbindungen sind. Das macht sie für industrielle, kulinarische und Wellness-Anwendungen weltweit nutzbar.
  3. Skalierbarkeit und Nachhaltigkeit: Die Nutzung anderer botanischer Quellen stellt sicher, dass wir die wachsende Nachfrage bedienen können, ohne auf großflächigen Cannabisanbau angewiesen zu sein – denn der kann extrem ressourcenintensiv sein und unterliegt komplexen rechtlichen Rahmenbedingungen.

Letztlich ermöglicht uns dieser Ansatz, das authentische Aroma und den Geschmack von Cannabis exakt nachzubilden und gleichzeitig ein Produkt zu liefern, das sicher, standardisiert und vielseitig genug für alle Arten von Industrien ist – von Getränken und Nahrungsergänzungsmitteln bis hin zu Kosmetika und Aromatherapie.

[Erik]: Okay, das ist nachvollziehbar. Wer möchte sich schon all diesem Aufwand ohne echten Mehrwert aussetzen, wenn man auch andere Pflanzen, also Botanicals, verwenden kann?

[Álvaro]: Exakt! Durch die Nutzung anderer Botanicals können wir die gesamte Komplexität von Cannabis-Terpenprofilen einfangen, ohne uns mit der natürlichen Varianz oder den regulatorischen Hürden herumschlagen zu müssen. Zudem erfordert die direkte Extraktion von Terpenen aus Cannabis riesige Mengen an Pflanzenmaterial, um überhaupt nutzbare Mengen zu erhalten, was weder praktisch noch nachhaltig ist.

Und was noch viel wichtiger ist: Wenn man spezifische Aromaprofile für unterschiedliche Anwendungen – egal ob Getränke, Lebensmittel oder Kosmetik – reproduzieren möchte, ermöglicht uns die Nutzung anderer Botanicals, diese Profile exakt abzugleichen und zu standardisieren. Charge für Charge, unter Beibehaltung von Sicherheit, Konsistenz und Skalierbarkeit.

Es geht hier wirklich um Effizienz und Vielseitigkeit: Die gleichen authentischen Cannabisaromen auf eine Art und Weise zu erzielen, die für ein breites Spektrum an Industrien funktioniert.

[Erik]: Das bedeutet also, aus deiner Sicht gibt es keinen wirklichen Grund, direkt aus Cannabis gewonnene Terpene zur Aromatisierung zu verwenden – sie bieten keinen echten Vorteil gegenüber Terpenen, die beispielsweise aus Orangen, Tomaten oder Kiefern gewonnen werden?

[Álvaro]: Ich würde nicht sagen, dass direkt aus Cannabis gewonnene Terpene wertlos sind – sie haben definitiv ihren Platz, insbesondere in der Forschung oder bei hochspezialisierten Produkten, bei denen es auf absolute Authentizität exakt dieser einen Pflanze ankommt.

Für die meisten Anwendungen in Lebensmitteln, Getränken, Nahrungsergänzungsmitteln oder Kosmetika bietet die Verwendung von Terpenen aus anderen Botanicals jedoch schlichtweg mehr Vorteile: Sie sind einfacher zu standardisieren, sicherer, besser skalierbar und können die Cannabis-Aromaprofile exakt abbilden.

In der Praxis ermöglichen uns botanisch gewonnene Terpene also, dieselben authentischen Geschmacks- und Aromastoffe mit Konsistenz, rechtlicher Konformität und Vielseitigkeit zu liefern – und das ist genau das, was die meisten Produzenten wirklich brauchen.

[Erik]: Kann man sagen, dass die verschiedenen Sorten-Terpenprofile – in Kombination mit dem Entourage-Effekt – das sind, was jeden Strain einzigartig macht, und ist dies letztendlich die Basis für euren Rekonstruktions-Prozess?

[Álvaro]: Absolut. Das einzigartige Terpenprofil jeder Sorte – zusammen mit der kombinierten Wirkung – verleiht ihr ihren unverwechselbaren Charakter. Es ist exakt diese Komplexität, die wir einfangen und reproduzieren wollen. Mit anderen Worten: Wir bewahren die Einzigartigkeit jedes Strains, machen ihn aber gleichzeitig praktisch, sicher und vielseitig anwendbar für Lebensmittel, Getränke, Wellness-Produkte und mehr.

[Erik]: Unterscheiden sich die aus Cannabis extrahierten Terpene von denen anderer Pflanzen?

[Álvaro]: Chemisch betrachtet sind Terpene exakt dieselben Moleküle, egal ob sie aus Cannabis oder aus anderen Pflanzen stammen – zum Beispiel ist Limonen aus Orangen absolut identisch mit Limonen aus Cannabis. Was ein Terpenprofil einzigartig macht, ist die spezifische Kombination und das Verhältnis der Terpene in der jeweiligen Sorte oder Pflanze.

Im Grunde genommen unterscheiden sich also nicht die einzelnen Terpene voneinander, sondern das Gesamtprofil und die Art und Weise, wie die Terpene interagieren, erzeugen die unverwechselbare Wirkung und das Aroma.

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Extraktion, Reinheit und physiologische Wirkung

[Erik]: Was sind die besten Techniken, um ätherische Öle und Terpene aus Cannabis und/oder anderen Pflanzen zu extrahieren?

[Álvaro]: Wenn wir über die Extraktion von Terpenen sprechen – egal ob aus Cannabis oder einer anderen pflanzlichen Quelle – gibt es verschiedene Techniken: lösungsmittelbasierte Extraktion, überkritische CO₂-Extraktion, fraktionierte Destillation etc. Jede Methode hat ihre Daseinsberechtigung, aber sie bringen auch Einschränkungen mit sich, besonders wenn es darum geht, die empfindlichen, hochflüchtigen Verbindungen zu erhalten.

Bei Cali Terpenes waren wir uns immer über eine Sache im Klaren: Terpene hassen hohe Temperaturen, aggressive Lösungsmittel und alles, was ihre natürliche Struktur verändern kann. Nach Abwägung aller Optionen haben wir uns deshalb dafür entschieden, auf die Wasserdampfdestillation als primäre Extraktionsmethode zu setzen.

Die Wasserdampfdestillation ermöglicht es uns, bei kontrollierten Temperaturen zu arbeiten und die Integrität der Terpenmoleküle zu erhalten, ohne sie extremer Hitze oder chemischen Rückständen auszusetzen.

Es ist eine saubere, effiziente und lebensmittelechte Technik, die das ursprüngliche Aromaprofil respektiert und gleichzeitig Reinheit und Sicherheit gewährleistet – zwei Dinge, die für uns absolut essenziell sind, da unsere Terpene schließlich in Lebensmitteln, Getränken, Inhalationsprodukten und therapeutischen Anwendungen landen.

Andere Methoden mögen schneller oder moderner klingen, aber auf lange Sicht neigen sie dazu, die Stabilität zu beeinträchtigen, Verunreinigungen einzubringen oder das Profil zu verfälschen. Für uns ist die Wasserdampfdestillation die perfekte Balance zwischen wissenschaftlicher Präzision und einem natürlichen „Clean Label“-Ansatz.

Es ist die Methode, die am besten zu unserer Philosophie passt: Authentizität zu bewahren und gleichzeitig in jeder Charge maximale Qualität und Sicherheit zu garantieren.

[Erik]: Wie werden die einzelnen Terpene voneinander getrennt (Sortenreinheit)?

[Álvaro]: Der erste Schritt ist immer die analytische Chromatographie. Techniken wie GC-MS erlauben es uns, exakt zu identifizieren, welche Terpene in einer Sorte vorhanden sind und in welchen Proportionen. Mit anderen Worten: Die Chromatographie sagt uns, wonach wir suchen – den kompletten aromatischen Fingerabdruck, den wir replizieren wollen.

Sobald wir das Zielprofil kennen, ist der nächste Schritt, jedes Terpen aus der effizientesten botanischen Quelle zu gewinnen. Und dafür ist die Methode, die in großem Maßstab wirklich funktioniert, die fraktionierte Vakuumdestillation.

Sie ermöglicht es uns, jedes Terpen entsprechend seinem Siedepunkt zu isolieren, während wir bei niedrigen Temperaturen und unter reduziertem Druck arbeiten, was das Molekül vor dem Zerfall schützt.

Der Workflow ist also sehr klar:

  1. Chromatographie → um das Terpenprofil zu kartieren, das wir nachbauen wollen.
  2. Fraktionierte Vakuumdestillation → um jedes Terpen aus der wirtschaftlichsten und saubersten botanischen Quelle zu isolieren.

Das ist der Schlüssel, der es uns ermöglicht, Cannabisprofile mit extrem hoher Präzision, Reinheit und Konsistenz zu rekonstruieren und den Prozess dabei sauber, skalierbar und gesetzeskonform zu halten.

[Erik]: „Existieren“ Terpene auch ohne die Präsenz ätherischer Öle?

[Álvaro]: Ja, Terpene existieren auch unabhängig davon. Obwohl sie der Hauptbestandteil ätherischer Öle sind, sind sie universelle Moleküle, die sich auch im Tierreich, in Pilzen und Bakterien finden. Darüber hinaus gibt es nicht flüchtige Terpene (wie etwa Carotinoide), die niemals Teil eines ätherischen Öls sind, und heute können sie in Laboren in reiner Form isoliert oder synthetisiert werden, ganz ohne die ganze Pflanze zu benötigen.

[Erik]: Álvaro, welche Basis – lassen wir den Rauschfaktor für einen Moment außen vor – scheint dir die beste zu sein, um der jeweiligen Sorte über ihre Terpene kulinarisch am nächsten zu kommen? Terps, Crumble, Rosin oder frische Blüten?

[Álvaro]: Aktuell ist es nicht legal, direkte Pflanzenderivate (wie Rosin, Blüten oder Crumble) als Lebensmittelzutaten zu vertreiben.

Aufgrund der Novel-Food-Verordnung und dem Fehlen standardisierter toxikologischer Daten für diese Extrakte im kulinarischen Kontext, können sie schlichtweg nicht als legale Zutaten behandelt werden.

Aus diesem Grund sind lebensmittelechte Terpene (Food-Grade) der einzige praktikable und professionelle Weg: Sie bieten das aromatische Erlebnis der Sorte und entsprechen gleichzeitig den internationalen Standards für Lebensmittelsicherheit (FEMA/GRAS).

[Erik]: Wie sieht es mit der Haltbarkeit von Terpenen aus? Ist Oxidation ein Problem?

[Álvaro]: Ja, Oxidation ist der größte Feind der Terpen-Qualität und Haltbarkeit. Da Terpene ungesättigte Kohlenwasserstoffe mit empfindlichen Doppelbindungen sind, reagieren sie extrem stark, wenn sie der Luft ausgesetzt werden. In unserem Fall können hochwertige Terpene, wenn sie unter optimalen Bedingungen gelagert werden, ihre Potenz für 24 Monate beibehalten.

[Erik]: Es ist weithin bekannt, dass Terpene allein keine berauschende Wirkung haben, aber sie haben dennoch eine Art von Wirkung – wenn auch nicht berauschend im traditionellen Sinn, richtig?

[Álvaro]: Ganz genau. Obwohl sie nicht berauschend sind (sie machen dich nicht „high“), sind es bioaktive Verbindungen, die mit unserem System interagieren. Wir nennen das eher einen physiologischen Effekt als einen psychoaktiven. Sie verändern definitiv, wie du dich fühlst. Sie sind quasi das „Lenkrad“, das die Richtung des Erlebnisses vorgibt, während die Cannabinoide nur der „Motor“ sind.

[Erik]: Was ist der Unterschied zwischen dem „High“, das wir durch die Wahrnehmung von Terpenen – sagen wir zum Beispiel Limonen – bekommen, und dem High durch THC?

[Álvaro]: Das ist ein grundlegender Unterschied. Stell es dir so vor: THC ist der Motor. Es liefert die rohe Kraft und das „High“, indem es direkt an die Cannabinoid-Rezeptoren im Gehirn bindet. Es ist das, was das Gefühl des „Rausches“ auslöst.

Terpene hingegen sind das Lenkrad. Sie sind nicht berauschend, aber hochgradig bioaktiv. Limonen macht dich nicht „stoned“, aber es interagiert mit deinem Dopamin- und Serotonin-System, um deine Stimmung zu heben oder Stress abzubauen.

In der Welt der Getränke oder der Kulinarik verhält es sich so: Wenn THC der Alkohol ist, der dich beschwipst macht, sind die Terpene die Botanicals in einem Premium-Gin. Sie machen dich nicht betrunkener, aber sie definieren, ob das Erlebnis erfrischend, entspannend oder komplex und anspruchsvoll ist. Ohne Terpene ist das Cannabis-Erlebnis flach; erst durch sie bekommt das Erlebnis Richtung und Charakter.

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Kulinarik, Flavour Pairing und Rezeptor-Modulation

[Erik]: Wie werden Terpene in der gehobenen Gastronomie eingesetzt? Gibt es hier Unterschiede – eignen sich zum Beispiel bestimmte Verdünnungsgrade oder spezielle Trägermaterialien, etwa Fette, besonders gut zur Aromatisierung verschiedener Speisen und Getränke?

[Álvaro]: In der Haute Cuisine und in der Mixologie werden Terpene als Hochpräzisions-Zutaten verwendet. Weil sie hochkonzentriert sind, liegt das Geheimnis immer in der richtigen Verdünnung und der Art und Weise, wie man sie mischt:

  • In fetthaltigen Rezepten: Terpene lieben Fette. Sie verbinden sich wunderbar mit Olivenöl, Butter oder Schokolade, wodurch die Aromen am Gaumen langsam und gleichmäßig freigesetzt werden.
  • In alkoholischen Getränken: Sie lösen sich völlig mühelos natürlich in Alkohol auf, was sie zu einem Favoriten für kreative Mixologen macht.
  • In alkoholfreien Getränken (Tees, Limonaden, Wässer): Da die Dosierung winzig ist, tropfen wir sie nicht direkt ins Wasser. Stattdessen mischen wir sie vorab in den Sirup des Rezepts oder in andere Aromakonzentrate. Das garantiert eine perfekte, gleichmäßige Verteilung im gesamten Getränk.

Die wahre Magie entsteht, wenn man Terpene mit bereits bestehenden Aromen verbindet. Es fügt einen raffinierten Cannabis-Unterton hinzu, der das gesamte kulinarische Erlebnis wesentlich komplexer, reicher und aufregender macht.

[Erik]: Gibt es aus deiner Sicht Kombinationen, die man bei der Aromatisierung mit Terpenen vermeiden sollte?

[Álvaro]: Es geht weniger um verbotene Zutaten – die wahre Gefahr bei Terpenen liegt in einem Mangel an Balance. Da sie so potent sind, kann man es sehr leicht übertreiben.

  • Extreme Säure: Die Kombination von schweren Zitrusbasen mit Limonen-lastigen Profilen kann schnell bitter oder chemisch wirken. Man braucht hier immer einen Hauch von Süße oder Fett, um das auszubalancieren.
  • Hohe Hitze: Füge sie niemals während des aktiven Kochens oder Bratens hinzu. Sie verdampfen sofort oder verbrennen und erzeugen einen unangenehmen Geschmack. Gib sie immer erst ganz zum Schluss oder bei kalten Prozessen hinzu.

Das Ziel ist, dass die Cannabisnoten eine komplexe Schicht hinzufügen und nicht das gesamte Gericht dominieren.

[Erik]: Besonders für den kulinarischen Einsatz ist es wichtig, dass der Geschmack und das „Verhalten“ der Zutaten kaum Schwankungen unterliegen – denn man möchte ja immer wieder dasselbe Geschmackserlebnis reproduzieren können.

Inwiefern ändert sich also der „Terpen-Fingerabdruck“ der jeweiligen Sorten, je nachdem, ob die Pflanzen im Freien, im Zelt oder mit verschiedenen Anbaumethoden wie Erde, Hydrokulturen etc. angebaut werden?

[Álvaro]: In der Natur ist diese Varianz enorm. Wenn man denselben Cannabis-Strain draußen, im Gewächshaus oder hydroponisch anbaut, verändert sich der Terpen-Fingerabdruck signifikant durch Wetter- oder Bodenstress. Das macht es schier unmöglich, eine durchgehend konstante kulinarische Zutat zu erhalten.

Aus diesem Grund machen wir die Dinge anders. Um eine verlässliche Zutat zu erhalten, die dem aromatischen Cannabisprofil zu 100 % treu bleibt – und zwar ohne die Schwankungen des traditionellen Anbaus – reproduzieren wir den exakten chemischen Fingerabdruck der Pflanze mithilfe reiner Terpene aus anderen, stabilen Botanicals.

Noch wichtiger ist jedoch: Dieser Ansatz umgeht die komplexen rechtlichen Barrieren rund um die Cannabisindustrie vollständig. Heute ist die Verwendung von aus Cannabis gewonnenen Extrakten in Lebensmitteln aufgrund internationaler Verordnungen wie der Novel-Food-Verordnung in vielen Ländern stark eingeschränkt oder komplett illegal.

Da unsere Terpene streng lebensmittelecht sind und aus Nicht-Cannabis-Pflanzen stammen, garantieren wir weltweit volle rechtliche Konformität. Dies ermöglicht es Köchen und Getränkeherstellern, völlig legal bei jeder einzelnen Charge ein konsistentes, hochwertiges sensorisches Erlebnis zu liefern.

[Erik]: Das Schöne an eurer Branche scheint zu sein – zumindest hat es sich auf der Messe so angefühlt –, dass selbst Konkurrenten nicht nur zivilisiert, sondern fast partnerschaftlich miteinander umgehen.

Inwieweit hat sich die kulinarische Welt euch schon geöffnet? Arbeitet ihr bereits mit speziellen Restaurants, Sterneköchen oder sogar der Lebensmittelindustrie zusammen?

[Álvaro]: Der Community-Vibe auf Events wie der Mary Jane ist fantastisch, aber wenn es ums reine Business geht, findet unser ernsthaftestes Wachstum mittlerweile in der Mainstream-Lebensmittelindustrie statt. Versteh mich nicht falsch, wir sind nach wie vor stark im Cannabis- und CBD-Geschäft präsent und arbeiten kontinuierlich mit unserer Lieblingspflanze.

Wir sind dort keine Neuheit mehr, wir sind fest etabliert, aber es gibt andere, extrem spannende Sektoren, die wir gerade erschließen – insbesondere den klassischen Lebensmittelsektor. Die kulinarische Welt ist vom reinen Neugier-Status über Cannabisaromen dazu übergegangen, sie aktiv als Standard-Premiumzutat zu implementieren.

Die traditionelle Lebensmittel- und Getränkeindustrie hat voll und ganz erkannt, dass unsere botanischen Profile ein sicheres, legales und hochinnovatives Werkzeug sind, um ihre Produktlinien aufzuwerten. Wir arbeiten mit Craft-Beer-Brauereien, Herstellern funktionaler Limonaden und Premium-Teeproduzenten zusammen, die unsere Profile nutzen, um hochkomplexe Geschmacksmatrizen zu kreieren.

Wir kooperieren mit erstklassigen Barkeepern und Cocktailbars. Sie lieben unsere Profile, weil sie ihren Kreationen völlig legal authentische aromatische Cannabisschichten hinzufügen können, ohne die Klarheit des Alkohols zu trüben.

[Erik]: Wie kamen eure ersten Cannabis-Terpene bei den Konsumenten an?

[Álvaro]: Nach dem Launch sind die Leute völlig verrückt nach dem Produkt geworden. Das Feedback war unglaublich gut. Wir waren vermutlich eines der ersten Unternehmen in Europa, das dies getan hat, und es hat sich so rasant verkauft, dass einige Leute gar nicht genau wussten, wofür sie es eigentlich verwenden wollten – sie mussten es einfach haben.

Auch heute noch ist es verrückt, die Gesichter der Leute zu sehen, wenn sie Terpenprofile zum ersten Mal erleben; sie sind völlig geplättet davon, dass diese Stufe der aromatischen Präzision tatsächlich erreichbar ist.

[Erik]: Ein stabiles Produkt zu haben macht in vielen Fällen Sinn, das ist die eine Sache. Andererseits sagen die Leute, dass all die kleinen „Ecken und Kanten“, wo die Phenole sitzen – all diese Nuancen, die das große Ganze ausmachen –, nicht mehr da sind, wenn die Extraktion nicht auf dem echten Blütenmaterial basiert.

Es ist also nicht zu 100 % „das echte Ding“. Die meisten wissen zwar, warum die Verwendung von botanisch rekonstruierten Terpenen für die Industrie notwendig ist, aber Köche würden für außergewöhnliche Menüs oder den Privatgebrauch doch eher die echte Blüte, respektive die daraus gewonnenen Terpene bevorzugen.

[Álvaro]: Ich sehe das genau umgekehrt, sowohl was die Geschmackskomplexität als auch die reine juristische Realität angeht.

Zunächst einmal müssen wir uns den rechtlichen Fakten stellen: Nach heutigem Stand ist die Verwendung der tatsächlichen Blüte oder direkter Cannabis-Extrakte in Lebensmitteln in den meisten Ländern schlichtweg gesetzlich nicht erlaubt.

Ein Koch mag die echte Pflanze verwenden wollen, aber internationale Bestimmungen lassen dies nicht zu. Wenn man in der Kulinarik mit diesen Aromen arbeiten möchte, muss man nach legalen und sicheren Wegen suchen.

Aber unsere botanisch abgeleiteten Profile sind keineswegs ein Kompromiss – sie bieten geschmacklich sogar den echten Vorteil. Aus Cannabis gewonnene Terpene (CDTs) sind großartig, aber die direkte Extraktion macht sie oft etwas monochromatisch und glättet die scharfen Kontraste zwischen den Sorten.

Weil wir mit isolierten, reinen Molekülen aus anderen Botanicals arbeiten, können wir das Rezept bis ins letzte Detail justieren, um jede noch so kleine „Kante“ hervorzuheben – die exakten Level von Schärfe, Bitterkeit oder Süße. Es ist heute die einzig legale, stabile und multidimensionale Palette, die Köchen zur Verfügung steht.

[Erik]: Wie sieht es mit der Wirkung von Terpenen aus? Nach dem, was ich recherchiert habe, scheinen sie die Stimmung beeinflussen zu können – besonders bei Menschen, die schon einmal Cannabis konsumiert haben. Stimmt das?

Es heißt beispielsweise, dass man, wenn man kurz vor dem Schlafengehen an einem Terpen „riecht“, das eine entspannende Wirkung hat, schneller und besser einschläft. Wenn man stattdessen etwas wie Citral riecht, fühlt man sich erfrischt. Ist das wirklich wahr, und wenn man sie isst, haben sie dann die gleiche Wirkung?

[Álvaro]: Ja, absolut, der Effekt ist derselbe. Wenn du Terpene einnimmst oder deinem Körper zuführst, interagieren sie direkt mit deinem System und stimulieren Neurotransmitter und Rezeptoren wie Serotonin, GABA und Dopamin.

Das löst eine echte Stimmungsveränderung aus, selbst wenn du sie nicht sofort spürst. Wenn du sie einen Monat lang jede Nacht verwendest, wirst du definitiv merken, dass du besser schläfst. Es ist ein echter physiologischer Effekt.

Außerdem macht es keinen Unterschied, ob du botanisch gewonnene oder aus Cannabis abgeleitete Profile verwendest. Chemisch gesehen ist ein Terpen ein Terpen; die molekulare Struktur ist identisch. Limonen aus einer Zitrone und Limonen aus Cannabis sind exakt dasselbe Molekül und interagieren exakt auf dieselbe Weise mit deinem Körper.

[Erik]: Limonen ist eines der Basis-Terpene, gehört aber gar nicht zu meinen Favoriten. Meiner ist Citral, aber Citral ist im Grunde genommen ja bereits eine Mischung aus den Terpenoid-Isomeren Geranial (Citral A) und Neral (Citral B), was mich an Süßigkeiten aus meiner Kindheit erinnert. Und aus meiner Sicht ist es wesentlich kraftvoller als Limonen.

[Álvaro]: Du hast einen fantastischen Gaumen und liegst wissenschaftlich absolut richtig! Citral ist kein einfaches Kohlenwasserstoff-Terpen; es ist ein Terpenoid (ein Aldehyd-Monoterpen), was sein chemisches und organoleptisches Verhalten komplett verändert.

Genau diese Aldehydstruktur sorgt dafür, dass Citral in der Nase wesentlich stechender und kraftvoller ankommt als Limonen. Um deine Frage zu beantworten: Ja, Citral kommt tatsächlich natürlich in Cannabis vor, allerdings nur in sehr, sehr geringen Spuren innerhalb der Pflanze.

Aber selbst in winzigsten Spuren ist es potent genug, um maßgeblich für dieses unverkennbare, süßlich-zitronige Rückgrat verantwortlich zu sein, das man in legendären Strains wie der Super Lemon Haze findet.

[Erik]: Álvaro, wie ist es möglich, dass eine Mischung verschiedener Terpene effektiver sein kann als jedes Terpen für sich allein genommen?

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[Álvaro]: Das ist die Magie pflanzlicher Synergien, in der Wissenschaft bekannt als Entourage-Effekt. In der Natur arbeiten Verbindungen selten allein. Wenn man verschiedene Terpene in bestimmten Verhältnissen mischt, addieren sich ihre Vorteile nicht einfach nur – sie multiplizieren sich gegenseitig.

Stell es dir wie einen musikalischen Akkord vor: Ein einzelner Ton klingt gut, aber wenn du mehrere Töne gleichzeitig spielst, erzeugst du eine reiche, komplexe Harmonie. In unserem Körper binden verschiedene Terpene gleichzeitig an unterschiedliche Rezeptoren. Während beispielsweise ein Terpen hilft, Zellbahnen zu öffnen, kann ein anderes effizienter andocken, um seine entspannende oder energetisierende Wirkung zu entfalten.

Indem wir den vollen, natürlichen „Terpen-Fingerabdruck“ einer Sorte replizieren, anstatt nur isolierte Moleküle zu verwenden, lösen wir eine viel tiefere und abgerundetere physiologische Reaktion aus. Das Team ist immer stärker als der Einzelspieler.

[Erik]: Okay. Aber während die Verwendung von pflanzlichen Terpenen sicherlich Vorteile für die Industrie hat – wirkt sich das Fehlen all dieser Phenole nicht auch auf die Interaktion der Terpene und somit auf ihre Wirkung und letztlich auf die Stimmung aus?

[Álvaro]: Das ist tatsächlich ein sehr weit verbreiteter Irrtum. Phenole und Flavonoide sind nicht flüchtige, schwere Moleküle. Das bedeutet, sie verdampfen nicht, sie reisen nicht durch die Luft und sie tragen nicht zum Aroma- oder Geschmacksprofil bei, das du erlebst.

Da sie kein Teil der flüchtigen Matrix sind, hat ihr Fehlen auch keinen Einfluss darauf, wie die aromatischen Terpene miteinander interagieren oder wie sie deine Stimmung und deine Neurotransmitter stimulieren.

[Erik]: Es wäre toll, wenn es so etwas wie einen Komplementärfarbkreis für Terpene gäbe. Eine kreisförmige Grafik, auf der sich „inkompatible“ Terpene immer gegenüberliegen und jene, die „kompatibel“ sind, nebeneinander angeordnet sind. So könnte man mit einem kleinen Gimmick in der Küche sofort sehen, welche Terpene harmonieren und welche nicht. Ich glaube nicht, dass es so etwas momentan auf dem Markt gibt.

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…und hier mein erster Wurf.

[Álvaro]: Das ist tatsächlich eine brillante Idee, und ehrlich gesagt ist es der Heilige Gral für Flavour-Pairing in der kulinarischen Welt. Auch wenn es noch keinen standardisierten, offiziell publizierten „Terpen-Farbkreis“ für die Mainstream-Küche gibt – das ist exakt die Art und Weise, wie wir intern arbeiten, wenn wir Formulierungen entwickeln und Köche beraten.

In der Gastronomie stützt sich Flavour-Pairing stark darauf, gemeinsame molekulare Brücken zu finden. Anstatt strikt „inkompatibler“ Terpene findet man meistens Profile, die sich entweder verstärken oder aufgrund ihrer Intensität völlig kollidieren.

Auf einem solchen Kreis würden beispielsweise scharfe, gas-lastige Profile (reich an Caryophyllen und Mercaptanen) den zarten blumigen Noten (wie Linalool oder Geraniol) direkt gegenüberstehen, da sie sich leicht gegenseitig bekämpfen und auslöschen können, wenn sie nicht durch eine Fett- oder Zucker-Brücke ausbalanciert werden

Ein offenes, visuelles Werkzeug wie einen Terpen-Pairing-Kreis zu entwickeln, ist definitiv der nächste logische Schritt, um die Lücke zwischen Pflanzenwissenschaft und kreativer Küche zu schließen, und es ist etwas, das wir sehr gerne ausloten.

[Erik]: Das lässt mich vermuten, dass du mit deiner Erfahrung im Bereich Terpene bereits eine Idee im Kopf hast, wie man mein Konzept umsetzen könnte?

[Álvaro]: Ganz ehrlich? Ich glaube, die Branche ist einfach noch nicht so weit. Auch wenn wir hinter den Kulissen aktiv daran arbeiten, brauchen wir noch unzählige Stunden an Produktentwicklung und Küchentests, um die endlosen Kombinationen zwischen Cannabis und der restlichen botanischen Welt wirklich zu kartieren.

Cannabis ist die wohl aromatisch komplexeste Pflanze auf dem Planeten. Wenn Dutzende von Terpenen und Spurenverbindungen gleichzeitig interagieren, verschiebt selbst die Veränderung einer einzigen Mikro-Nuance deine gesamte sensorische Wahrnehmung komplett.

[Erik]: Kann man Terpene wirklich „schmecken“, oder funktioniert das nur über den Geruchssinn – in Kombination mit dem Geschmackssinn (siehe auch „Terpen-Jäger“)?

[Álvaro]: Da hast du völlig recht; es ist reine Teamarbeit. Streng genommen kann unsere Zunge nur fünf Grundgeschmacksarten erkennen: süß, salzig, sauer, bitter und umami. Terpene selbst aktivieren diese Rezeptoren auf der Zunge kaum, abgesehen von einigen wenigen, die einen leichten Hauch von Bitterkeit oder Schärfe beisteuern können. Die wahre Magie passiert durch die retronasale Olfaktion (das retronasale Riechen).

Wenn du ein mit Terpenen angereichertes Lebensmittel kaust oder ein Getränk schluckst, sorgt deine Körpertemperatur dafür, dass diese flüchtigen Moleküle in deinem Mund verdampfen.

Sie wandern hinten in deinem Rachen direkt in deine Nasenhöhle hinauf. Dein Gehirn verschmilzt dann die simplen Signale deiner Zunge mit den komplexen aromatischen Signalen aus deiner Nase, um das zu erzeugen, was wir als Geschmack bezeichnen.

Du „schmeckst“ Terpene also nicht nur mit deinem Mund – dein Gehirn konstruiert das gesamte kulinarische Cannabis-Erlebnis, indem es beide Sinne zu einer einzigen, gewaltigen Illusion zusammenfügt.

[Erik]: Man schmeckt die Terpene also nur, weil man gleichzeitig seinen Geruchssinn benutzt. Wenn man sich beim Verkosten die Nase zuhält, verändert sich das Geschmackserlebnis dramatisch – das funktioniert ja bei vielen Dingen, die man schmecken kann.

[Álvaro]: Exakt. Wenn du dir die Nase zuhältst, verlierst du fast alles, denn dort übernehmen deine Geruchsrezeptoren die Hauptarbeit, um das kulinarische Cannabis-Erlebnis aufzubauen.

[Erik]: Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass man die Terpene dann gar nicht mehr schmecken kann.

Es gibt ja mittlerweile einige Hersteller von Wasserflaschen und Supplements auf dem Markt, die das Prinzip der gleichzeitigen Inhalation von Aromen beim Trinken technisch umgesetzt haben – mal sehen, ob sich das durchsetzt.

[Álvaro]: Ja, absolut, dieser Markt für duftbasiertes Trinken ist hochinteressant, weil er genau das nutzt, was in unserem Gehirn passiert. Es ist wie beim Ambient-Marketing: Wenn eine Bäckerei den Duft von frischem Brot auf die Straße pumpt, übersetzt dein Gehirn diesen Geruch sofort in Hunger. Terpene funktionieren auf die gleiche Weise – sie lösen diese starke, immersive sensorische Illusion aus.

[Erik]: Du hast recht, Álvaro, da kommen in naher Zukunft sicher einige Anwendungen auf uns zu – von denen manche vielleicht noch zu haben sind.

[Álvaro]: Genau. Hier ist noch ein wirklich verblüffender Fakt: Bestimmte Terpene agieren sogar als Rezeptoren-Blocker in deinem Mund. Das bedeutet, wenn du Terpene einem Dessert oder einem Gericht hinzufügst, das du gut kennst, steuern sie nicht nur einen neuen Geruch bei – sie verändern buchstäblich die Art und Weise, wie du die bereits vorhandenen Aromen wahrnimmst.

Das klingt seltsam, aber es ist pure Biologie. Menschen haben auf der Zunge etwa 25 verschiedene Geschmacksrezeptoren, die ausschließlich für Bitterkeit zuständig sind. Wenn du schwere Terpene wie Myrcen oder Caryophyllen hinzufügst, können diese sich temporär an vielleicht fünf oder sechs dieser spezifischen Rezeptoren binden und sie blockieren.

Plötzlich empfängt dein Gehirn nur noch Signale von den restlichen aktiven Rezeptoren. Selbst wenn das Gericht noch immer exakt dieselbe Menge an Bitterstoffen aufweist wie vorher, verschiebt sich deine geschmackliche Wahrnehmung komplett. Terpene ergänzen Essen nicht nur; sie schreiben aktiv um, wie deine Zunge es erlebt.

[Erik]: Das klingt hochinteressant. Sind Terpene die einzigen Verbindungen, die dazu in der Lage sind?

[Álvaro]: Nein, sie sind nicht die einzigen, aber sie gehören definitiv zu den effektivsten Werkzeugen der Natur dafür. Andere Verbindungen, wie bestimmte Proteine oder hochintensive Süßstoffe, können ebenfalls Geschmacksrezeptoren blockieren oder modifizieren.

Was Terpene in der kulinarischen Welt jedoch so einzigartig macht, ist ihre Doppelwirkung. Während ein Standard-Geschmacksmodulator normalerweise geruchlos ist, verändern Terpene die physischen Rezeptoren deines Gaumens und fluten gleichzeitig im exakt selben Moment deine Nasenhöhle mit komplexen aromatischen Daten.

Sie sind im Grunde ein Zwei-in-Eins-Paket: Sie modulieren den physischen Geschmack auf deiner Zunge und fügen deinem Gehirn zeitgleich eine neue, anspruchsvolle aromatische Dimension hinzu. Darum sind sie ein solcher Gamechanger für die Avantgarde-Küche.

© 2026 Erik Seidel, foodadvisorblog

Die Magie der Wunderbeere und Geschmacksveränderung

[Erik]: Apropos Geschmacksveränderung – kanntest du schon die Wunderbeere (Miracle Berry)?

[Álvaro]: Nein, was hat es mit dieser Beere auf sich?

[Erik]: Die Miracle Berry wächst ursprünglich in Westafrika – in Ghana zum Beispiel. Es ist eine Beere, die man bei uns meist nur gefriergetrocknet und sehr selten frisch gepflückt findet – wenn man sie überhaupt findet.

Wenn man sie in den Mund nimmt und das Fruchtfleisch rund um den Kern isst, schmeckt man sofort den Unterschied, wenn man kurz darauf in eine Limette beißt.

[Álvaro]: Inwiefern verändert sich der Geschmack der sauren Limette?

[Erik]: Wenn du tief in das Fruchtfleisch der Limette beißt, wirst du keine sauren oder bitteren Noten mehr wahrnehmen. Denn diese Beere ist in der Lage, deine Zunge vorübergehend in einen Zustand zu versetzen, in dem sie diese nicht mehr schmecken kann.

Das heißt, wenn du eine echte Limette hast – diese runden, asiatischen mit der dünnen Schale, die auch ein leichtes Vanille-Aroma mitbringen –, dann wird diese Limette nicht mehr von Säure dominiert! Du kannst plötzlich all die verborgenen Aromen schmecken, und ich sag dir, die Bandbreite ist gewaltig.

[Álvaro]: Ich glaube, ich muss diese Beere bald unbedingt ausprobieren.

[Erik]: Das musst du machen, Álvaro – es ist ein wirklich überwältigendes kulinarisches Erlebnis. Du kannst dir nicht vorstellen, wie süß eine Limette oder ein Bissen Grapefruit sein können.

[Álvaro]: Wie lange hält der Effekt an, Erik?

[Erik]: Ich denke, das ist von Mensch zu Mensch verschieden. Bei mir hält der Effekt nur etwa acht bis fünfzehn Minuten an.

[Álvaro]: Wow. Das klingt extrem interessant, auch in Bezug auf Terpene. Genau das ist es, wie die Terpene der Limette und die Miracle Berry interagieren. Die Wunderbeere blockiert im Grunde die Säurerezeptoren, was die Art und Weise, wie du ein Terpen wie Limonen oder Terpinolen wahrnimmst, komplett verändert. Da gibt es einige hochspannende Dinge, die man ausprobieren könnte; das hat riesiges Potenzial.

[Erik]: Aber um ehrlich zu sein, das ist etwas, das ich eher in der Kategorie der Molekularküche verorten würde.

[Álvaro]: Ja, das ergibt absolut Sinn. Wir sind mit der Welt der Molekularküche und solchen seltenen, innovativen Produkten sehr vertraut. Tatsächlich haben sich unsere Wege schon mit den Leuten von Baïa Food gekreuzt, wodurch wir diese Food-Tech-Trends genau verfolgt haben.

Während Du Dich auf die Miracle Berry konzentrierst, um Säure in Süße zu verwandeln, erinnert mich dieser Ansatz an Produkte, die aus einer Pflanze namens Gymnema sylvestre gewonnen werden, die exakt das Gegenteil bewirkt: Sie blockiert deine Süßrezeptoren vorübergehend komplett. Wenn du danach Zucker isst, schmeckt er wie Sand.

[Erik]: Das klingt ebenfalls sehr abgefahren.

[Álvaro]: Ja, in der Tat. Diese Art der Rezeptormodulation ist unglaublich nützlich für Menschen, die keinen Zucker konsumieren dürfen, wie Diabetiker oder Menschen mit Stoffwechselerkrankungen. Indem man Süßrezeptoren vorübergehend abschaltet, eliminiert man Heißhunger auf Zucker sofort auf neurologischer Ebene.

Auf der anderen Seite ermöglichen Dinge wie die Miracle Berry es, extreme Süße aus von Natur aus sauren, gesunden Lebensmitteln zu erleben, ohne ein einziges Gramm echte Glukose zu sich zu nehmen. Es ist faszinierend, wie man ein Aromaprofil komplett dekonstruieren und die Gesundheit verbessern kann, nur durch die Modulation bestimmter physischer Rezeptoren.

[Erik]: Nach meiner persönlichen Erfahrung gilt etwas Ähnliches für Vanille aus Tahiti – wenn ich sie zum Beispiel in Crème brûlée oder Panna Cotta verwende, benötige ich nur 30 % der im Originalrezept angegebenen Zuckermenge.

[Álvaro]: Es gibt mehrere Pflanzen mit solch einzigartigen Fähigkeiten, unseren Gaumen zu modulieren. Ein klassisches Beispiel ist Stevia, die Steviolglykoside enthält, welche direkt an unsere Süßrezeptoren binden und so intensive Süße liefern – völlig ohne Glukose.

Es läuft alles auf dasselbe Prinzip hinaus: Zu verstehen, wie man mit natürlichen Molekülen spielen kann, um das sensorische Erlebnis neu zu schreiben.

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Zukünftige Trends und die Cannabis-Aromen von morgen

[Erik]: Wo wir gerade von Terpenen sprechen, „die Vielfalt der Sorten“ erinnert mich an das, worüber wir heute schon früher gesprochen haben.

Vor einigen Jahren war es das Aroma von grünem Tee, das die Welt über eineinhalb Jahre lang fasziniert hat. Wir hatten eine regelrechte Grüntee-Welle – es gab alles, von Matcha, Sirupen und Konzentraten bis hin zu Shampoo und Pflegeprodukten. Es war eine sehr kreative Phase mit nur einem Thema. Davor hatten wir auch eine Pfirsich-Eistee-Phase… Da dachte ich mir, vielleicht könnten wir diesen Sommer Super Lemon Haze als Flavour haben.

[Álvaro]: Ich liebe diese Vision, und ganz ehrlich, da sprichst du einen gigantischen Makro-Trend an. Die Lebensmittel- und Kosmetikindustrie ist immer auf der Suche nach der nächsten ikonischen Aromawelle, und Cannabisprofile – insbesondere Super Lemon Haze – sind die perfekten Kandidaten dafür.

Im Gegensatz zu den einfachen, linearen Aromen der Vergangenheit wie Pfirsich oder grünem Tee bietet ein Profil wie Super Lemon Haze ein vielschichtiges Erlebnis. Es ist nicht nur „Zitrone“; dank seines einzigartigen Terpen-Fingerabdrucks kombiniert es scharfe Zitrusnoten mit tiefen, komplexen Kräuter- und Weihrauch-Untertönen.

Es ist raffiniert, erfrischend und trägt diese provokante Cannabis-Attraktivität in sich, die moderne Konsumenten lieben. Super Lemon Haze zum Flavour des Sommers für Getränke, Eiscremes oder sogar Lifestyle-Produkte zu machen, ist exakt die Art von Mainstream-Innovation, die wir im Moment ermöglichen.

[Erik]: Wie schaffen es deine Kollegen bei Cali, mehr als drei verschiedene Terpene in so kurzer Zeit wahrzunehmen?

Normalerweise, wie bei Parfums, ist man nach drei Düften bedient – man braucht zumindest einen Reset, zum Beispiel mit einem intensiven Kaffeeduft, um die Nase wieder auf „null“ zu setzen, richtig? Wie macht ihr das?

[Álvaro]: Es ist alles eine Frage von professionellem Training und sensorischem Gedächtnis, aber du sprichst da einen klassischen olfaktorischen Mythos an!

In unserem Labor verwenden wir niemals Kaffeebohnen, um unsere Nasen zu resetten. Kaffee selbst ist vollgepackt mit intensiven flüchtigen Verbindungen. Wenn man daran riecht, sättigt man seine olfaktorischen Rezeptoren nur noch mehr, anstatt sie zu reinigen.

Um dutzende Terpenprofile direkt nacheinander zu analysieren, ohne eine „Geruchsermüdung“ zu erleben, nutzen wir weitaus sauberere Techniken:

  • Neutrale Luft oder Wasserdampf: Das Einatmen von aromafreier Feuchtigkeit hilft, die Nasenschleimhaut zu hydratisieren und verbliebene Moleküle auszuspülen.
  • Der „Haut-Reset“: Das Riechen an der eigenen Haut (z. B. in der Armbeuge) liefert einen neutralen, vertrauten Basisgeruch, der die olfaktorische Wahrnehmung des Gehirns sofort neu kalibriert.

[Erik]: Ich setze auf Caryophyllen, danach ist man wieder offen für die intensive Wahrnehmung von Citral oder Limonen.

[Álvaro]: Das muss man definitiv berücksichtigen, wenn man hochwertige Speisen und Getränke anbieten will. Der Koch eines 5-Sterne-Restaurants muss das beispielsweise tun – er muss alles überdenken, vom Aperitif über die Vorspeisen, Hauptgerichte, Desserts bis hin zur Getränkebestellung, bis hin zu der Frage, „welche Kirsche passt hier am besten“ …

[Erik]: Der geneigte Koch hat also eine schier endlose Auswahl an Kombinationen im Kopf und kann darüber hinaus noch mit den Konzentrationen experimentieren.

[Álvaro]: Exakt! Genau diese unendliche Bandbreite ist es, was unsere botanischen Profile bieten. Diese reiche molekulare Landschaft ermöglicht es einem Koch, Kombinationen zu entdecken, die zuvor verborgen oder unerforscht waren.

[Erik]: Bietet Cali Terpenes also so etwas wie eine Werkzeugkiste (Toolbox) für eure Kunden an?

[Álvaro]: Ja, Erik. Tatsächlich betrachten wir unseren umfangreichen Katalog als eine spezialisierte Werkzeugkiste für jeden einzelnen Kunden. Wenn ein Kunde ein Rezept anpassen muss – ob er das Aroma intensiver oder weicher machen oder bestimmte Noten justieren will – bieten wir immer maßgeschneiderte Lösungen aus dieser Toolbox an, die exakt zu seinen Produktzielen passen.

[Erik]: Klingt nach einem guten Plan, aber wie genau bietet ihr das an? Bestellen neue Kunden euer komplettes Toolbox-Paket, oder gehen sie noch einen Schritt weiter und lassen euch von Anfang an wissen, in welche Richtung sie gehen wollen, und ihr stellt dann etwas für sie zusammen?

[Álvaro]: Da unser Katalog so groß ist – mit 55 verfügbaren Strains –, agieren wir eigentlich als spezialisierte Berater. Anstatt einfach ein pauschales Paket zu verschicken, fragen wir den Kunden nach den Details seines Konzepts und kuratieren dann eine Auswahl von fünf bis sieben spezifischen Profilen, die perfekt zu seinem Projekt passen.

Sobald er seine ersten Küchen- oder Labortests durchführt, verfeinern wir die Auswahl auf Basis seines Feedbacks und tauschen zwei oder drei Profile aus, bis es absolut makellos ist. Es ist ein hochgradig maßgeschneiderter Beratungsservice, der Köchen und Lebensmittelentwicklern ein Niveau an luxuriösen, schwer zu findenden Terpenen bietet, die man sonst einfach nirgendwo bekommt.

[Erik]: Weil ihr eben auch die Möglichkeit habt, Toolboxes für die Küche anzubieten, oder Köchen wunderbare, luxuriöse Terpene zur Verfügung stellt, die man nicht überall bekommt. Um ehrlich zu sein, das eine Terpen-Profil, das ich hier hinten bei mir habe – das werde ich dir zeigen, wenn wir mit unserem Interview fertig sind.

Es ist das originale Blueberry Muffin Terpen von Humboldt Seeds, aus Ben Linds Garten. Das kann man so nicht kaufen; er war so freundlich und hat es für mich extrahiert.

Ich trage es bei mir, und wenn ich nette Leute treffe, biete ich ihnen die „Once in a lifetime“-Chance an, einmal daran zu riechen. Mein Fotograf meinte, du hättest mal die Gesichter sehen sollen. Sie waren wie bei… wie war sein Name? Ah, Sebastian von 420 Fast Buds.

[Álvaro]: Ahh, Sebastian von 420 Fast Buds. Ja.

[Erik]: Wir haben uns im grundegenommen – und das nicht nur sprichwörtlich – fast umgerannt. Nach einer kurzen Begrüßung habe ich natürlich die Gelegenheit ergriffen, einem echten Connoisseur wie Sebastian eine olfaktorische Überraschung zu bereiten.

Wenn man etwas so Atemberaubendes antrifft, wenn man es am wenigsten erwartet, ist das, wie ich finde, immer eine wundervolle Sache. Also öffnete ich das Fläschchen und ließ ihn schnuppern. Er war sichtlich beeindruckt.

Um ehrlich zu sein, zu diesem Zeitpunkt war das BBM auch das einzige Terpen, das ich vom ersten Eindruck für kulinarisch verwendbar hielt – und zudem das einzige  aus Cannabis extrahierte.

Viele der anderen Terpene empfand ich als künstlich, unrund oder viel zu penetrant. Ich bin definitiv sehr gespannt, was du mir geleich noch zeigen möchtest. Das BBM beleibt „top secret“, bis unser Interview veröffentlicht wird.

[Álvaro]: Ich werde das „Geheimnis“ für mich behalten – und ich werde die Gelegenheit nutzen, um dir zu zeigen, wie anders und hochwertig unsere Produkte sind.

[Erik]: Ich weiß nicht, ob du schon die Gelegenheit hattest, der Humboldt Seeds Company einen Besuch abzustatten und Hallo zu sagen, aber das steht definitiv auf meiner persönlichen Bucket-List.

[Álvaro]: Nun, ich habe eigentlich nicht viel Zeit, den Stand zu verlassen. Schau es dir an – es ist voll mit Leuten hier, aber wir kennen sie natürlich und sie wissen, wer wir sind.

[Erik]: Kaufen sich die Kunden hier auf dem Event hauptsächlich die Terps, um ihr eigenes Weed aufzuwerten?

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[Álvaro]: Absolut. Ein großer Teil des Publikums hier ist extrem interessiert an Werkzeugen wie unseren Terpen-Sprays, um Blüten oder Hash aufzuwerten. Das Blatt wendet sich jedoch.

Wenn wir erklären, dass unsere Profile absolut lebensmittelecht und perfekt zum Kochen geeignet sind, kommen immer mehr professionelle Köche an unseren Stand und suchen genau nach diesen Optionen. Immer mehr Menschen außerhalb der traditionellen Cannabis-Bubble lassen sich davon faszinieren.

Es ist unser Job, diese Grenzen weiter zu verschieben und diesen kulinarischen Markt wachsen zu lassen.

[Erik]: Ja, exakt.

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[Álvaro]: Ich habe hier ein paar Proben für dich, Erik. Zum Beispiel zwei kleine Gläser spanischen Honig (HH – Harvest of Honey), beide aromatisiert mit unseren Terpenen. In diesem Fall Amnesia und Gelato (passender Artikel).

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[Erik]: Vielen Dank, Álvaro. Ich bin wirklich gespannt, wie die schmecken werden.

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[Álvaro]: Dazu noch eine richtig großartige Schokolade. Sozusagen eine funktionale, vegane Schokolade. Sie wird von einer kleinen Craft-Manufaktur namens Remedios chocolate hergestellt, die mit einer Vielzahl von funktionalen Inhaltsstoffen wie Ginseng und Kardamom experimentiert, deren natürliche Effekte sich in der Kombination verstärken – und sie nutzen natürlich unsere Terpenprofile als Schlüsselzutat.

[Erik]: Wow, Álvaro, vielen lieben Dank auch dafür – aber bei den heutigen Temperaturen muss ich aufpassen, wenn ich Schokolade auf der Messe herumtrage.

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[Álvaro]: Ja, da hast du vermutlich recht. Bis eben lag die Schokolade noch hier in unserem kleinen Kühlschrank. Ich schlage vor, du lässt sie bei uns und holst sie dir später ab.

[Erik]: Heute endet die Messe für euch um 20:00 Uhr?

[Álvaro]: Ja, 20:00 Uhr. Ein langer Tag…

[Erik]: Ja, solche Events können sich ziehen. Weißt du, dieses Messegelände ist für mich eine Art Heimspiel, denn über das Jahr hinweg berichte ich oft über verschiedene Messen hier vor Ort, wie die FRUIT LOGISTICA, die Grüne Woche und auch die Weinmesse. Ich kenne mich also mittlerweile ganz gut auf dem Gelände aus – was bei dem Trubel der Mary Jane definitiv kein Nachteil ist.

Wie gefallen dir die Messe-Location und die Ausstellung an sich?

[Álvaro]: Es ist ein unglaublicher Veranstaltungsort, und wir lieben die Location absolut. Ganz ehrlich: Wenn man dieses moderne Gelände damit vergleicht, wo die Mary Jane Berlin früher stattfand, ist das ein massiver Sprung. Die alte Location hatte einen viel alternativeren, festivalartigen Vibe, wohingegen der Umzug in diese riesigen Messehallen das Event zu einer viel professionelleren B2B-Fachmesse gemacht hat.

Es ist der klare Beweis dafür, dass der Cannabis- und Terpen-Sektor extrem schnell erwachsen wird. Zudem ist die Organisation in diesem Jahr außergewöhnlich gut – sie haben im Vergleich zum Vorjahr riesige Verbesserungen vorgenommen, was es sowohl für Aussteller als auch für Fachbesucher viel reibungsloser macht, zu netzwerken und Geschäfte zu machen.

[Erik]: Dazu kann ich nicht allzu viel sagen, da dies meine allererste Mary Jane ist – aber verglichen mit den anderen Messen, die hier auf dem Gelände stattfinden, haben die Organisatoren meiner Meinung nach wirklich gute Arbeit geleistet.

[Álvaro]: Die Atmosphäre ist großartig. Überraschenderweise halten sich die meisten Leute an die Regeln; es raucht zum Beispiel kaum jemand drinnen. Man kann sich gut unterhalten, es gibt Bereiche zum Entspannen und viel Platz, um wichtige Geschäfte abzuwickeln.

[Erik]: Du hast recht, das Event fühlt sich wirklich produktiv an – irgendwie wie ein großer Think Tank. Ich würde gern nochmal auf die Terpene zurückkommen. Ein wichtiger Punkt, den wir noch nicht besprochen haben, ist der Faktor Haltbarkeit. Wie sieht es in dieser Hinsicht bei Terpenen aus?

[Álvaro]: Das kommt darauf an. Nach all dem Aufwand, der in die Extraktion gesteckt wird, ist die richtige Konservierung natürlich wichtig – sie ist ein Muss. Niedrige Temperaturen, geeignete Behälter – all diese Dinge sind entscheidend.

[Erik]: „Vorsicht ist geboten“ macht in diesem Zusammenhang also absolut Sinn.

[Álvaro]: Du hast recht. Terpene sind flüchtig und reagieren stark auf externe Bedingungen. Das bedeutet, dass insbesondere Sauerstoff, Licht und Hitze sie beeinflussen, verändern oder sogar zum Verdampfen bringen können. Daher muss man diese drei Dinge zwingend vermeiden.

[Erik]: …und was genau bedeutet das in Bezug auf die Haltbarkeit?

[Álvaro]: Bei guter Konservierung sind Terpene sehr haltbar, unter idealen Bedingungen sogar bis zu zwei Jahre. Bei Cali haben wir oft Verfallsdaten von bis zu etwa zwei Jahren. Das liegt aber daran, dass unsere Terpene botanisch rekonstruiert sind.

[Erik]: Ich nehme an, dass sich aus Cannabis gewonnene Terpene ähnlich verhalten wie Wein – die Reifung verursacht durch die Veränderung und Interaktion der beteiligten Aromen Veränderungen am „Körper“.

[Álvaro]: Exakt. Aber einige von ihnen verlieren an Intensität oder verfallen im Laufe der Zeit bedauerlicherweise. Wie sich diese Veränderungen manifestieren, kann stark variieren, da ist definitiv Erfahrung gefragt.

[Erik]: …und ist das bei euren Produkten irgendwie anders?

[Álvaro]: Bei pflanzlichen Terpenprofilen passiert etwas sehr Interessantes, wenn man sie in Lebensmitteln anwendet. Egal ob es sich um diesen Honig, Bier, Wein oder sogar eine Schokolade auf Sojabasis handelt – ein paar Monate nach der Herstellung entwickelt sich das sensorische Profil weiter.

[Erik]: Ich stimme dir zu, dass es sich verändert. Aber was den Honig betrifft, wissen wir beide, dass Honig selbst nach zweitausend Jahren noch essbar ist – vorausgesetzt natürlich, er wurde richtig verschlossen.

[Álvaro]: Ganz genau! Der Honig verdirbt nicht, aber die Stärke und Wahrnehmung des Aromaprofils verschiebt sich. Manchmal wird er unglaublich potent, weil sich der Honig über die Zeit super konzentriert.

Wir haben festgestellt, dass das Terpenprofil nach drei oder vier Monaten viel intensiver schmecken und riechen kann als direkt nach der anfänglichen Infusion. Es verhält sich fast wie ein Vintage-Prozess, bei dem sich die Aromen tiefer in die organische Matrix einbinden.

[Erik]: Das glaube ich dir gern, Álvaro. Was ist also dein persönliches Lieblings-Terpenprofil in Bezug auf die Kombination mit Essen?

[Álvaro]: Welches Profil mein persönlicher Favorit ist? Für Eiscreme ist mein Favorit ganz klar Jamaican Dream. Ohne jeden Zweifel.

[Erik]: Das werde ich im Hinterkopf behalten – aber was noch?

[Álvaro]: Ich bin mir ziemlich sicher, dass Holy Grail Kush – eines der Profile, die wir haben – extrem gut mit verschiedenen Produkten harmoniert, in Cocktails, Gin Tonics, Cookies und auch in Eiscremes. Was Schokoladen angeht, ist Sweet Tooth vielleicht eine sehr gute Wahl.

© 2026 Erik Seidel, foodadvisorblog

[Erik]: Ich denke, ich werde euer Sweet Tooth Terpenprofil verwenden, um eine köstliche Marmelade zu aromatisieren – ich werde dir natürlich etwas davon schicken (Rezept folgt).

[Álvaro]: Darüber würde ich mich sehr freuen, Erik. Ich probiere gern neue Dinge aus und bin immer auf der Suche nach neuen und innovativen Anwendungsmöglichkeiten für unsere Produkte.

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Innovationen für die Getränkeindustrie und Craft-Bier

[Erik]: Erzähl mir von deiner speziellen Bier-Vorliebe, Álvaro. Welches Terpenprofil harmoniert deiner Meinung nach am besten mit Bier?

Viele Biertrinker haben Probleme mit aromatisierten Bieren – etwas, das auch Craft-Beer-Produzenten anerkennen mussten.

[Álvaro]: Terpene für Bier… mmmh. Ich denke, Gipsy Haze ist ein Profil, das an sich schon super cool zu Bier passt. Mit dem richtigen Wissen und dem passenden Terpen-Kit ist es absolut möglich, ein sehr beeindruckendes Bier zu kreieren.

[Erik]: Fruchtige Geschmacksprofile scheinen momentan auf dem Vormarsch zu sein, richtig Álvaro?

[Álvaro]: Ja, absolut. Fruchtige Profile werden in der Craft-Beer-Branche gerade unglaublich populär. Obwohl wir diese Welle definitiv reiten, konzentrieren wir uns immer auf die spezifischen Bedürfnisse jedes einzelnen Brauers.

Wir agieren als Guides und zeigen den Brauereien das gesamte Spektrum an verfügbaren Optionen – von hellen, tropischen Noten bis hin zu tiefen, pinienartigen und „danken“ (herben/harzigen) Profilen. Letztlich entscheiden sie, was basierend auf dem Zielprofil für ihre Zielgruppe am besten passt.

[Erik]: Habe ich dir schon von meinem Erlebnis mit Bier und frischem Hopfen erzählt? Es ist einfach wundervoll. Ich war in Bayern und wir besuchten eine kleine Brauerei. Der Brauer stellte zwei große, eiskalte Bierkrüge vor uns ab, nahm etwas frischen Hopfen und füllte die Gläser zu etwa 30 % damit – dann goss er mit Bier auf.

Oh mein Gott – das Getränk war nicht von dieser Welt, die Terpene im Hopfen waren mega-fruchtig, ein echtes Erlebnis.

[Álvaro]: Das klingt nach einem fantastischen sensorischen Erlebnis, und es unterstreicht exakt das Problem, das wir lösen! In der kommerziellen Getränkeproduktion erfordert es massive Mengen an rohem Pflanzenmaterial wie frischem Hopfen, um solch intensive, fruchtbetonte Ergebnisse zu erzielen. Das bedeutet Unmengen an landwirtschaftlichem Abfall, Lagerlogistik und natürlich explodierende Kosten für die Brauerei.

Wenn ein Brauer das physische Volumen des Hopfens in seinem Prozess drastisch reduzieren und trotzdem exakt dieselbe explosive aromatische Intensität erreichen kann, ist das ein riesiger Gewinn – sowohl für seinen Geldbeutel als auch für die Nachhaltigkeit.

Wir nutzen glücklicherweise unsere Expertise in Pflanzenwissenschaften, um genau das zu lösen: Wir arbeiten derzeit daran, Hopfen-Terpenprofile in unser Portfolio aufzunehmen. Es ist die Zukunft des effizienten Hochleistungs-Craft-Brewing.

[Erik]: Ich war sehr überrascht, als ich kürzlich in Norwegen und Finnland war und sah, dass selbst kleine Brauereien mittlerweile alle mit Hopfenpellets arbeiten – was ja auch eine Art Industrialisierung auf den „kleinsten gemeinsamen Nenner“ ist. Und die Brauer waren damit nicht wirklich zufrieden.

[Álvaro]: Ein Problem mit Pellets für Brauer ist, dass sie bei den benötigten Mengen nicht günstig sind. Zudem geht Bier verloren, weil die heißen Pellets Wasser aufsaugen. Wenn du also mit einem Batch von 500 Litern startest, verlierst du vielleicht um die 15% Wasser. Wenn die Brauerei stattdessen Terpene verwendet, spart sie Geld, vereinfacht den Reinigungsprozess und reduziert den Abfall.

[Erik]: Das ergibt Sinn, und solange es pflanzlich ist, gibt es für die Leute auch keinen Grund zur Diskussion.

[Álvaro]: Exakt.

[Erik]: Die Zeit verfliegt, Álvaro. Leider müssen wir zum Ende kommen. Vielen Dank für dieses erfrischende und wirklich sehr inspirierende Interview.

Ich hoffe, dass ich in Zukunft die Gelegenheit habe, eure „heiligen Hallen“ bei Cali Terpenes persönlich zu besuchen und meine eigene kleine Terpen-Jagd zu veranstalten.

Ich wünsche dir eine erfolgreiche Messeerfahrung hier auf der Mary Jane 2025 in Berlin. Wir sehen uns…

Auf bald, Erik!

[Álvaro]: Vielen Dank, Erik. Es war mir ein Vergnügen.

Das Aroma der Innovation: CALI Terpene

© 2026 Erik Seidel, foodadvisorblog

Wenn man heute über das „Cali-Gefühl“ im Cannabissektor spricht, meint man meist den unverwechselbaren Duft von Elite-Genetiken. Dass dieser Duft heute legal in Form kleiner Fläschchen oder Sprays weltweit verfügbar ist, ist maßgeblich das Verdienst von Cali Terpenes S.L..

Die Wurzeln des in Barcelona ansässigen Unternehmens liegen paradoxerweise im sonnigen Kalifornien des Jahres 2016. Dort erkannten die Gründer Toni und Ferran – die bereits durch ihre Arbeit bei Eva Seeds Legendenstatus in der Züchterszene genossen – das enorme Potenzial isolierter Terpenprofile (Cali Terpenes, o.D.).

Was als spontane Idee während einer Reise begann, entwickelte sich rasch zu einem technologischen Vorreiterprojekt. Cali Terpenes spezialisierte sich darauf, die komplexen Aromen berühmter Sorten wie „Gorilla Glue“ oder „Amnesia“ molekular exakt nachzubilden, jedoch ohne psychoaktive Wirkstoffe. Diese technologische Meisterschaft ermöglichte es, das typische Cannabis-Aroma sicher in Branchen wie der Lebensmittelherstellung, der Kosmetik oder dem Vaping-Markt zu etablieren (Alchimia, 2017).

Ein besonderer Clou gelang dem Team mit der Erfindung des Terps Sprays, das die Aromatisierung von Produkten revolutionierte und das Unternehmen endgültig zum Weltmarktführer in diesem Segment machte. Heute steht Cali Terpenes nicht mehr nur für „Düfte“, sondern für eine neue Ära der funktionellen Aromen, die den sogenannten „Entourage-Effekt“ wissenschaftlich nutzbar machen (Cali Terpenes Blog, 2026). Mit einer Kombination aus botanischem Wissen und modernster Laboranalyse ist es ihnen gelungen, das Erbe der kalifornischen Cannabis-Kultur in ein legales, industrielles Format für das 21. Jahrhundert zu überführen.

Quellen