Eine neue Messe – eine neue Welt der Aromen
Das Messejahr 2025 auf dem Gelände der Messe Berlin begann für mich zunächst mit vertrauten Formaten. Veranstaltungen wie die FRUIT LOGISTICA, die Internationale Grüne Woche oder auch die WEINmesse Berlin gehören mittlerweile zu festen Konstanten meines kulinarischen Messekalenders.
Sie bleiben zweifellos spannende Branchentreffen – doch echte sensorische Überraschungen werden mit den Jahren naturgemäß seltener. Vieles erscheint eher als Weiterentwicklung bereits bekannter Produkte oder Konzepte etablierter Marktakteure.
Ein eher zufälliger Impuls während eines Aufenthalts in Asien lenkte meine Aufmerksamkeit schließlich auf ein Thema, das uns täglich begleitet, jedoch selten bewusst wahrgenommen wird: Terpene.
Ein Video aus den USA zeigte eine Gruppe von Cannabis-Produzenten & Terpen-Jägern, die sich intensiv mit der sensorischen Seite von Cannabis beschäftigten – nicht nur im Kontext seiner Wirkung, sondern als Aromaträger.
Terpene – Die Architekten des Geschmacks
Insbesondere in der Küche sind Terpene extrem spannend, weil sie nicht nur Geschmack, sondern auch ein „Mundgefühl“ und eine atmosphärische Wirkung erzeugen – ganz ohne eine Textur aufzuweisen.
🚫 Keine Rauschmittel: Wichtig – Terpene sind keine Cannabinoide. Sie enthalten weder THC noch CBD und besitzen keine psychoaktive Wirkung. Sie sind weltweit legal und sicher für den Verzehr zugelassen.
✨ Die Wirkung beim Genuss: Neben dem Aroma interagieren Terpene direkt mit unseren Sinnen. Sie können belebend wirken (wie Zitrone), entspannen (wie Lavendel) oder sogar entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften in der Nahrung unterstützen.
🍳 Verwendung in Küche & Bar: Da sie extrem potent sind, reichen kleinste Mengen aus, um Speisen und Getränken eine völlig neue, komplexe Tiefe zu verleihen.
Terpene sind also weit mehr als nur Duftstoffe; sie sind die chemischen Bausteine, die darüber entscheiden, ob ein Gericht flach oder dreidimensional schmeckt.
In der Gastronomie nutzen wir sie oft intuitiv (z. B. Zitronenschale an Fisch). Werden sie jedoch isoliert oder gezielt konzentriert eingesetzt, ermöglichen sie ein Aroma-Layering, das mit frischen Kräutern allein oft nicht erreichbar ist.
In der chemischen Welt ist ein Molekül ein Molekül. Limonen aus einer Zitrone beispielsweise, ist chemisch identisch mit Limonen aus einer „Super Lemon Haze“-Cannabispflanze.
Der Clou, durch die Verwendung botanisch gewonnener Terpene können Köche und „Mixologen“ die legendären Aroma-Profile berühmter Cannabis-Strains (wie die erdige Süße von Girl Scout Cookies oder das treibstoffartige Aroma von Sour Diesel) replizieren, ohne mit dem Betäubungsmittelgesetz in Konflikt zu geraten. Man isoliert quasi die „Seele“ des Geschmacks von der Wirkung des THC/CBD.
💡 Fazit
Terpene sind die legalen „Superkräfte“ der Pflanzenwelt. Sie ermöglichen es, das volle Spektrum botanischer Aromen in die gehobene Kulinarik zu holen, ohne dabei auf Wirkstoffe wie THC oder CBD angewiesen zu sein.
Quellen
- Burdock, G. A. (2010). Fenaroli’s Handbook of Flavor Ingredients.
- Russo, E. B. (2011). Taming THC: potential cannabis synergy and phytocannabinoid-terpenoid terpenoid effect. British Journal of Pharmacology.
- National Center for Biotechnology Information (NCBI) – PubChem Compound Summary: Terpenes.
- EFSA (European Food Safety Authority) – Scientific Opinion on Flavouring Substances.
Besonders ein begleitendes Dinner blieb mir im Gedächtnis: Speisen wurden gezielt mit isolierten Terpenprofilen aromatisiert, ohne psychoaktive Effekte, dafür mit erstaunlicher geschmacklicher Präzision.
Dieser Moment wurde zum Ausgangspunkt einer intensiveren Recherche: Wie lassen sich Terpene kulinarisch einsetzen? Welche Rolle könnten sie künftig in Gastronomie, Getränketechnologie oder Food Innovation spielen?
Viele Player des Marktes beschränken sich bei ihrer Expertise längst nicht mehr nur auf die Kultivierung. Dutch Passion hat die kulinarische Dimension von Cannabis als Lifestyle-Thema bereits besetzt.
Pioniergeist & globale Expansion: Die Evolution von Dutch Passion
Die Geschichte der modernen Cannabiszucht ist untrennbar mit einem Namen verbunden: Dutch Passion. Was in den 1970er Jahren als leidenschaftliches Hobby des Biologiestudenten Henk van Dalen an der Universität Amsterdam begann, entwickelte sich zu einem der einflussreichsten globalen Akteure der Branche. Van Dalen sammelte weltweit Genetik – von Thailand bis Nigeria – und legte damit den Grundstein für eine Evolution der Züchtung (Dutch Passion, o.D.).
Nachdem erste Eigenzüchtungen wie „Passion #1“ bereits in den frühen 80ern mit beachtlichen THC-Werten aufhorchen ließen, erfolgte 1987 die offizielle Gründung der Dutch Passion Seed Company (Dutch Passion Katalog, 2023). Ein entscheidender Wendepunkt markierte das Jahr 1990: Als weltweit erste Samenbank entwickelte das Unternehmen marktreife feminisierte Hanfsamen. Diese „Feminisierte-Revolution“ veränderte den Markt dauerhaft, da sie den Anbau effizienter und zugänglicher machte (Dutch Passion, o.D.).
Heute ist das Unternehmen kaufmännisch breit aufgestellt und agiert als internationaler Großlieferant für tausende Einzelhändler weltweit (Dutch Passion Katalog, 2023). Mit einem geschätzten Web-Umsatz von bis zu 25 Millionen Euro allein über die Hauptdomains unterstreicht Dutch Passion seine wirtschaftliche Relevanz (Similarweb, 2026).
Neben dem Stammsitz in Amsterdam expandierte das Unternehmen zuletzt 2023 massiv nach Thailand, um dort die legale Marktentwicklung aktiv mitzugestalten (Dutch Passion, o.D.). Das Team besteht aus erfahrenen Experten für Genetik und Kundenbetreuung, die ein Netzwerk aus lizenzierten Produzenten und offiziellen Händlern auf allen Kontinenten steuern (Dutch Passion, o.D.).
Mit über 100 Auszeichnungen und einem Fokus auf neue Cannabinoide bleibt das Traditionsunternehmen somit sowohl ökonomisch als auch kulturell ein Vorreiter der Branche.
Quellen
- Dutch Passion (o.D.): Über uns – Die Geschichte von Dutch Passion
- Dutch Passion (2023): Cannabis Seeds Catalogue 2023
- Dutch Passion Blog (2021): 420 mehrgängige Cannabis-Rezepte
- Similarweb (2026): Dutch Passion-Analyse und Marktanteilsübersicht
Dutch Passion veröffentlicht regelmäßig Anleitungen für „High Cuisine“, die von mehrgängigen Cannabis-Menüs bis hin zu spezialisierten Backrezepten reichen (Dutch Passion Blog, 2021).
Hierbei stehen vor allem Terpene im Vordergrund – jene aromatischen Verbindungen, die Sorten wie „Auto Skywalker Haze“ nicht nur potent, sondern auch geschmacklich komplex machen. Ob erdige Noten, fruchtige Zitrusaromen oder würzige Kiefernuancen: Die Genetik wird heute auch nach ihrem gastronomischen Potenzial für Edibles und Infusionen selektiert (Dutch Passion Katalog, 2023).
Mit genau diesem Fokus führte mich mein Weg schließlich zu einer Messe, die ich zuvor noch nicht besucht hatte: der Mary Jane Berlin.
Zu Beginn möchte ich Euch einen Einblick in meinen persönlichen Messegang geben.
Obwohl ich bereits häufig über Veranstaltungen auf dem Berliner Messegelände berichtet habe, unterschied sich diese Veranstaltung deutlich von anderen Formaten. Organisatorisch handelt es sich nicht um eine Messe Berlin Eigenveranstaltung, sondern um einen externen Event, der auf dem Gelände durchgeführt wurde.
Bereits vor der offiziellen Öffnung fanden ganztägige Fachbesucherprogramme statt – ein klarer Hinweis darauf, wie stark sich die Veranstaltung professionalisiert hat. Auch organisatorisch zeigte sich ein hohes Niveau: Website, Ticketing und eine angepasste Messe-App ermöglichten eine strukturierte Orientierung.
Internationalität war allgegenwärtig. Besonders stark vertreten waren Besucher und Aussteller aus Spanien, den Niederlanden sowie Österreich. Englischkenntnisse erwiesen sich als hilfreich, wobei spontane Verständigung jenseits sprachlicher Perfektion ebenso selbstverständlich funktionierte.
Während meines Aufenthalts fiel vor allem die Dynamik der Besucherströme auf. Die Messe wirkte weniger wie eine klassische Fachveranstaltung und eher wie eine Mischung aus Branchenplattform, Community-Treffen und Festivalatmosphäre.
An drei Messetagen verzeichnete die Veranstaltung rund 65.000 Besucher bei über 500 Ausstellern. Der hohe Geräuschpegel stellte dabei tatsächlich eine Herausforderung für meine Interviewaufnahmen dar – ein Faktor, der die spätere Transkription erheblich erschwerte.
Die Stimmung selbst war jedoch durchgehend entspannt und offen. Besonders auffällig war der niedrigschwellige Zugang zu Produkten, Gesprächen und Demonstrationen. Viele Angebote wirkten einladend statt verkaufsorientiert – ein Ansatz, den man auf etablierten Konsummessen inzwischen seltener erlebt.
Das Außengelände war ein kleiner „Woodstock-Moment“ – wirklich mächtig ausgestaltet und machte den „Innenhof der Messe“ diesmal zu einem echten Sommer-Garten. Die Preise auf dem gesamten Campus der Mary Jane kamen mir gefühlt fairer vor als auf anderen Events am Ort.
Wie immer war auch „der alte Schwede“ vor Ort – der HOT-DOG Wrap von Thomas Poppe ist wirklich super lecker und mittlerweile eine echte Institution der Messe Berlin geworden!
Von der Gourmet-Etage auf die Straße: Das kulinarische Abenteuer des Thomas Poppe
Wer auf der Messe Berlin unterwegs ist, kommt an einem Duft kaum vorbei: Herzhafte schwedische Wraps, die so gar nicht nach typischem Messe-Einerlei schmecken. Hinter diesem Konzept steht ein Mann, der sein Handwerk von der Pike auf in der Champions League der Gastronomie gelernt hat: Thomas Poppe.Die Schule der Exzellenz
Bevor Poppe mit seinem Unternehmen Spice Catering (S.C.E. Spice Catering & Eventmanagement GmbH) die Berliner Streetfood-Szene aufmischte, verfeinerte er seine Fähigkeiten dort, wo Präzision alles ist. Er arbeitete als Koch in der legendären Feinschmeckeretage des Kaufhaus des Westens (KaDeWe) (MAZ, 2020). Diese Schule der kulinarischen Disziplin prägt bis heute seinen Anspruch an die Qualität seiner Zutaten – auch wenn er heute statt Hummer lieber schwedische Spezialitäten serviert.
Die schwedische Entdeckung
Seit der Gründung seines Caterings im Jahr 2014 hat sich Poppe einen Namen als Spezialist für nordische Genüsse gemacht. Die Inspiration dazu holte er sich direkt an der Quelle: Bei Reisen durch Schweden verliebte er sich in die Tunnbrödsrulle – den klassischen Hotdog-Wrap (Spice Catering, o.D.). Seit vielen Jahren ist er mit diesem Konzept eine feste Größe auf dem Gelände der Messe Berlin, wo er hungrige Fachbesucher mit einer Mischung aus Köttbullar, Smörgåstårta (Sandwichtorte) und seinen berühmten Wraps versorgt (Tagesspiegel, 2017).
Expansion und neue Heimat
Im Jahr 2020 verlagerte Poppe seinen Lebensmittelpunkt und den Firmensitz ins Brandenburger Wustermark (Havelland). Von dort aus steuert er nicht nur seine Einsätze auf den großen Berliner Messen, sondern bereichert auch die regionale Foodtruck-Kultur (MAZ, 2020). Sein Erfolg zeigt: Wenn handwerkliche Perfektion aus dem KaDeWe auf ehrliche Streetfood-Leidenschaft trifft, entsteht etwas, das Menschen verbindet – egal ob in der Messehalle oder im ländlichen Brandenburg.
Quellen
- Märkische Allgemeine Zeitung (2020): Ein KaDeWe-Koch bringt den Foodtruck ins Dorf
- Spice Catering (o.D.): Unternehmenshistorie und Konzepte
- Unser Havelland (2023): Auf dem Auenhof
- North Data (2026): Firmenprofil S.C.E. Spice Catering & Eventmanagement GmbH
Auf der Mary Jane spürte man neben dem Enthusiasmus der Szene natürlich auch die kommerzielle Seite des „neuen Geschäftes“ – nicht immer ganz sympathisch, aber das war vielleicht beim echten Woodstock auch schon ein bisschen so – hier fiele mir als Vergleich aber auch eher das „erste und wahre“ (bis auf die fahrerische Leistung Brösels) WERNER-Rennen ein.
Warum Terpene plötzlich relevant werden
Was sich auf der Mary Jane besonders deutlich zeigte, war die Verschiebung des Fokus: Weg vom reinen Produkt, hin zu Aroma, Sensorik und wissenschaftlichem Verständnis pflanzlicher Inhaltsstoffe. Terpene werden nicht mehr nur als Begleitstoffe betrachtet, sondern als eigenständige aromatische Werkzeuge.
Ich hatte meinen Messebesuch bewusst vorbereitet und mir thematische Leitplanken definiert. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich Terpenprofile gezielt zur Aromatisierung von Speisen und Getränken einsetzen lassen – sowohl in der Spitzengastronomie als auch in industriellen Anwendungen wie Getränkerezepturen.
Neben zahlreichen Interviews nahm ich mir natürlich auch Zeit für Gespräche an weiteren Messeständen.
BioBizz beispielsweise präsentierte sich als einer der international bekanntesten Hersteller für Pflanzsubstrate und organische Düngesysteme. Besonders interessant war hier die Diskussion über Bodenmikrobiologie als indirekten Einflussfaktor auf spätere Aromaprofile.
Die Alchemisten der Erde – Biobizz
Wenn die Genetik von Sensi Seeds oder Paradise Seeds ihr volles aromatisches Potenzial entfalten soll, führt der Weg meist über den Boden. Hier hat Biobizz World Wide Organics seit 1992 eine Revolution eingeleitet (Biobizz, o.D.). Während die Konkurrenz lange auf chemische Salze setzte, glaubten die Pioniere von Biobizz an die Kraft der Natur und entwickelten Düngemittel, die nicht die Pflanze, sondern das Bodenleben nähren (Biobizz Produktkatalog, 2024).
Dieser „Earth First“-Ansatz hat Biobizz zum Weltmarktführer für organische Pflanzenpflege gemacht. Das Unternehmen hat bewiesen, dass ökologischer Anbau nicht nur nachhaltiger ist, sondern auch zu einer überlegenen Terpenbildung und einem unverfälschten Geschmackserlebnis führt (Biobizz Blog, 2021).
Heute steht der Name Biobizz für ein Versprechen: 100 % organische Qualität, die vom Samenkorn bis zur Ernte die Integrität der Pflanze bewahrt. Es ist diese tiefe Verbindung zur Mikrobiologie des Bodens, die Biobizz zum unverzichtbaren Partner für Gourmet-Gärtner weltweit macht.
Quellen
- Biobizz (o.D.): Unsere Mission – Organisch wachsen seit 1992.
- Biobizz (2024): Produktkatalog 2024 – The Organic Choice.
- Biobizz Blog (2021): Warum organischer Anbau den Geschmack verbessert.
Ein weiterer prägender Auftritt kam von Sensi Seeds. Die langjährige genetische Arbeit des Unternehmens verdeutlicht, wie stark Terpenprofile letztlich auf stabiler Pflanzenzucht basieren – gewissermaßen die aromatische Grundlage jeder späteren Extraktion.
Die Gen-Bibliothek der Menschheit – Sensi Seeds
Wer die Geschichte des modernen Cannabis verstehen will, muss die Grachten von Amsterdam besuchen. Hier gründete Ben Dronkers 1985 Sensi Seeds, ein Unternehmen, das heute weit mehr ist als eine Samenbank – es ist das „Genom-Gedächtnis“ einer ganzen Industrie. Was mit abenteuerlichen Reisen in den Hindukusch begann, entwickelte sich unter Dronkers’ Führung zur weltweit größten Saatgutbibliothek (Sensi Seeds, o.D.). Sensi Seeds leistete dabei nicht nur botanische, sondern auch kulturelle Pionierarbeit: Mit der Eröffnung des weltweit ersten Hanfmuseums im selben Gründungsjahr schuf Dronkers einen Ort der Aufklärung, der bis heute Millionen Besucher anzieht (Hemp Museum, o.D.).
Mit der Veröffentlichung der Sorte „Jack Herer“ im Jahr 1994 setzte das Unternehmen einen Standard, der sowohl in der Freizeitkultur als auch in der Medizin bis heute unerreicht ist (Sensi Seeds Katalog, 2024). In einer Ära der rasanten technologischen Innovation bleibt Sensi Seeds der Fels in der Brandung, der das historische Erbe der Pflanze bewahrt und gleichzeitig durch moderne Forschungslinien die Brücke in die Zukunft schlägt. Es ist diese einzigartige Verbindung aus Tradition und wissenschaftlicher Exzellenz, die Sensi Seeds zur unangefochtenen Instanz im globalen Cannabismarkt macht.
Quellen
- Sensi Seeds (o.D.): Unsere Geschichte – Über 30 Jahre Erfahrung
- Sensi Seeds (2024): Cannabissamen-Katalog – Heritage Edition
- Hemp Museum (o.D.): Das Hash, Marihuana & Hanf-Museum Amsterdam
- Sensi Seeds Blog (2023): Innovation in der Züchtung – Die Forschungsreihe
Am Stand von CLONEX wurde deutlich, wie entscheidend vegetative Vermehrung für gleichbleibende Terpenqualität ist. Durch Klonen lassen sich spezifische Aromaeigenschaften über lange Zeiträume reproduzieren. Gleichzeitig bleibt auch dieser Ansatz biologischen Grenzen unterworfen: Über mehrere Jahre hinweg können Vitalität und Terpenintensität messbar nachlassen.
Das Siegel des Lebens – CLONEX
In der Welt der professionellen Pflanzenzucht gibt es Momente, in denen ein einziges Produkt eine ganze Technik definiert. Die Einführung von CLONEX im Jahr 1988 war ein solcher Moment. Bevor das Team von Growth Technology sein ikonisches lilafarbenes Gel präsentierte, war die Vermehrung von Stecklingen oft ein Glücksspiel (Growth Technology, o.D.). Mit Clonex wurde die Bewurzelung von einer Kunst zu einer exakten Wissenschaft (Growth Technology Katalog, 2024).
Das Besondere an Clonex ist seine Fähigkeit, den empfindlichen Schnittpunkt der Pflanze sofort zu versiegeln und gleichzeitig ein Depot an Hormonen und Nährstoffen bereitzustellen, das die Wurzelbildung in Rekordzeit anregt. Es ist die „Versicherungspolice“ für jeden Züchter, der wertvolle Elite-Klone erhalten möchte (Growth Technology Blog, 2021).
Ob in den riesigen Farmen Kaliforniens oder in den Zuchträumen Amsterdams – Clonex bleibt das unverzichtbare Bindeglied, das den Fortbestand der besten Genetiken sichert. Ohne dieses Gel wäre die schnelle Skalierung und Standardisierung moderner Cannabissorten kaum denkbar gewesen.
Quellen
- Growth Technology (o.D.): Die Geschichte von Clonex – 30 Jahre Erfolg
- Growth Technology (2024): Vertriebs- und Werbekatalog
- Growth Technology Blog (2021): Die Wissenschaft der Stecklinge
Die aktuellen Quellen sind unter https://www.growthtechnology.com/ in Englisch verfügbar.
Natürlich habe ich auch den Stand von HANF.com besucht. Hier hatte ich die Möglichkeit mich mit Alexander Cerveny, dem CEO und Sohn des Gründers Wenzel Cerveny zur Unternehmensgeschichte und natürlich auch zu Terpenen austauschen (Hier hatte ich meine ersten Samples geordert).
Die bodenständige Erfolgsgeschichte dieses Unternehmens ist beeindruckend – die Kombination von Überzeugung, Einsatz, Hartnäckigkeit vor allem Teamwork haben sich mit der bundesweiten Etablierung vieler Filialen bereits ausgezahlt. Mittlerweile erfolgen Beratung & Verkauf auch über Franchise-Nehmer und das Unternehmen wächst stetig.
Der Wegbereiter des deutschen Hanf-Marktes – HANF.com
Wer heute durch deutsche Innenstädte spaziert, trifft immer häufiger auf das markante Logo von HANF.com. Doch hinter der größten Cannabis-Fachhandelskette Deutschlands steckt weit mehr als nur ein geschäftstüchtiger Einzelhandel. Es ist die Lebensaufgabe von Gründer Wenzel Cerveny, der bereits 2014 – lange vor der Ampel-Koalition – als politischer Aktivist für die Legalisierung von Cannabis auf die Straße ging (HANF.com, o.D.).
Mit der Gründung der Marke im Jahr 2016 und der späteren Etablierung der CWE Holding Europe GmbH schuf Cerveny eine Plattform, die heute bundesweit Maßstäbe setzt. Der Weg war dabei alles andere als einfach: Jahrelange Ermittlungen und Razzien prägten die Unternehmensgeschichte, bis 2025 die vollständige rechtliche Rehabilitation erfolgte (PresseBox, 2025). Dieser unermüdliche Kampf für Transparenz und Qualität hat HANF.com zu einem Vertrauensanker für Konsumenten gemacht, die im Wirrwarr der neuen Gesetzeslage nach legalem Vermehrungsmaterial und kompetenter Beratung suchen (König Online, 2025).
Wirtschaftlich befindet sich das Unternehmen auf einem beispiellosen Höhenflug. Mit einem Umsatzsprung auf über 7 Millionen Euro im Jahr 2024 und der Unterstützung durch internationale Partner wie Neural Therapeutics ist HANF.com längst den Kinderschuhen entwachsen (Newsfile Corp., 2026). Vom ersten kleinen Shop in Bayern bis zur nationalen Kette mit Franchise-System: HANF.com symbolisiert den Wandel von Cannabis vom Tabuthema zum seriösen Wirtschaftsgut in der Mitte der Gesellschaft.
Quellen
- com (o.D.): Über uns & unsere Mission
- PresseBox (2025): Neural kündigt Abschluss der Übernahme an
- König Online (2025): Hanf.com beendet Verkauf von Cannabis-Stecklingen
- Newsfile Corp. (2026): Neural Portfolio Company Hanf.com Reports Strong Results
Sehr interessant war auch mein Austausch am Stand von Paradise Seeds, ebenfalls ein echter Pionier und ein Urgestein der Branche. Bei den vielen ausgefallenen Sorten, waren einige Kandidaten dabei, deren Terpen-Profile durchaus zur kulinarischen Anwendung einluden.
Die Architekten der Stabilität – Paradise Seeds
In der volatilen Welt der Cannabiszucht gilt Paradise Seeds seit seiner Gründung im Jahr 1994 als Sinnbild für Verlässlichkeit und genetische Perfektion. Was in den Hinterhöfen der Amsterdamer Hausbesetzer-Szene als privates Zuchtprojekt von Gründer Luc begann, entwickelte sich rasch zu einer der angesehensten Samenbanken weltweit (Paradise Seeds, o.D.). Der Durchbruch gelang Mitte der 90er Jahre mit der Sorte „Sensi Star“, die bis heute als „der Rolls-Royce unter den Indicas“ bezeichnet wird und dem Unternehmen zahlreiche internationale Trophäen einbrachte (Paradise Seeds Katalog, 2024).
Paradise Seeds unterscheidet sich von vielen Wettbewerbern durch seine fast schon wissenschaftliche Besessenheit von der Stabilität der Pflanzen. Während viele Trends kommen und gehen, setzt das Team um Luc auf Genetik, die in jedem Garten – ob indoor oder outdoor – exakt das liefert, was versprochen wurde (Paradise Seeds Blog, 2022). Heute verbindet das Unternehmen dieses historische Erbe mit modernen sensorischen Ansprüchen und bleibt ein unverzichtbarer Akteur für all jene, die in der Zucht keine Experimente, sondern Perfektion suchen.
Quellen
- Paradise Seeds (o.D.): Über uns – Die Geschichte von Paradise Seeds
- Paradise Seeds (2024): Cannabis Seeds Catalogue – 30 Years of Excellence
- Paradise Seeds Blog (2022): The Science of Stability in Breeding
Direkt daran anschließend rückte ein weiterer entscheidender Faktor in den Fokus – Licht. Das österreichische Unternehmen SanLight positioniert sich im Premiumsegment professioneller Grow-Beleuchtung. Gespräche vor Ort machten deutlich, wie stark moderne Beleuchtungssysteme heute auf spektrale Feinabstimmung, Energieeffizienz und langfristige Stabilität ausgelegt sind. Ziel ist nicht allein Ertragsoptimierung, sondern die Unterstützung stabiler Pflanzenphysiologie und damit konsistenter Aromabildung.
Das Licht der Alpen – SanLight
Während Amsterdam die Genetik lieferte, brachte ein junges Unternehmen aus Vorarlberg die physikalische Präzision in den Cannabissektor. Seit der Gründung im Jahr 2012 hat die SANlight GmbH die Art und Weise, wie Pflanzen beleuchtet werden, grundlegend revolutioniert (SANlight, o.D.).
In einer Branche, die lange Zeit auf stromfressende Entladungslampen setzte, etablierte SANlight hocheffiziente LED-Systeme, die nicht nur Strom sparen, sondern die Biosynthese von Terpenen gezielt fördern (SANlight Blog, 2020).
Die österreichischen Ingenieure verfolgen dabei einen kompromisslosen Qualitätsansatz: „Made in Austria“ bedeutet hier, dass jedes Spektrum im hauseigenen Labor auf seine photobiologische Wirksamkeit geprüft wird (SANlight Katalog, 2024). Heute ist SANlight die erste Adresse für jeden Züchter, der das volle genetische Potenzial seiner Pflanzen ausschöpfen möchte.
Quellen
- SANlight (o.D.): Über uns – Forschung & Entwicklung im Fokus
- SANlight (2024): Produktkatalog & Technisches Datenblatt EVO-Serie
- SANlight Blog (2020): Lichtspektren und ihre Wirkung auf Terpene (engl.)
Viel Zeit verbrachte ich zudem am Stand der Humboldt Seed Company. Besonders spannend war die Übertragung des aus der Weinwelt bekannten Terroir-Gedankens auf Cannabis: Klima, Boden, Mikroklima und genetische Linie formen gemeinsam das spätere Aromaprofil.
Das Erbe der Mammutbäume – Humboldt Seed Company
Humboldt County ist für Cannabis das, was Bordeaux für den Wein ist – und mittendrin steht die Humboldt Seed Company (HSC) als Bewahrer und Erneuerer zugleich. Gegründet im Jahr 2001 von Nathaniel Pennington, hat sich das Unternehmen von einer lokalen Züchtervereinigung zur wohl einflussreichsten Genetik-Schmiede der Welt entwickelt (Humboldt Seed Co., o.D.).
Der Erfolg von HSC basiert auf einem fast schon besessenen Fokus auf die Selektion. Durch ihre jährlichen „Phenotype Hunts“, bei denen zehntausende Pflanzen auf lokalen Farmen im Emerald Triangle begutachtet werden, gelingt es dem Team, Genetiken wie die legendäre „Blueberry Muffin“ oder „Humboldt OG“ auf ein Niveau an Stabilität und Terpenreichtum zu heben, das in der Branche seinesgleichen sucht (HSC, 2022). Dabei verliert das Unternehmen nie seine ökologischen Wurzeln: Die Gründer sind bis heute tief in den Naturschutz ihrer kalifornischen Heimat involviert.
Doch HSC ruht sich nicht auf dem Erbe aus. Mit der jüngsten Einführung von triploiden Samen – einer Technologie, die den Ertrag steigert und Pflanzen resistenter macht – hat das Unternehmen bewiesen, dass es die Brücke zwischen jahrzehntelanger Anbau-Tradition und modernster Agrarwissenschaft schlägt (HSC-Blog, 2024). Wer heute von authentischer kalifornischer Cannabis-Genetik spricht, kommt an der Humboldt Seed Company und ihrem unermüdlichen Streben nach botanischer Perfektion nicht vorbei.
Quellen
- HSC (o.D.): Unsere Geschichte & Philosophy
- HSC (2022): Phenojagd und Züchtung mit Nat Pennington
- HSC Blog (2024): Die Zukunft von Cannabis – Triploid erklärt
Die anschließenden Interviews zeigten einen klaren Branchentrend. Der sogenannte Flavor-&-Fragrance-Sektor entwickelt sich zunehmend wissenschaftlich. Statt allgemeiner Duftbeschreibungen geht es heute um klar definierte Moleküle wie Myrcen, Limonen oder Linalool und deren gezielte sensorische Wirkung.
Ein Startup demonstrierte beispielsweise destillierte „Terpen-Wässer“, die sich in molekulargastronomischen Anwendungen einsetzen lassen. Die Idee dahinter: Aromakomplexität ohne visuelle Veränderung eines Gerichts.
Auch wirtschaftlich war ein Wandel sichtbar. Hochwertiges Branding, durchdesignte Messestände und internationale Investorenpräsenz verdeutlichten, dass sich die Branche zunehmend in Richtung etablierter Konsumgüterindustrie entwickelt.
Besonders positiv fiel der pädagogische Ansatz vieler Aussteller auf. Mikroskope ermöglichten Besuchern erstmals einen direkten Blick auf Trichome – jene Drüsenstrukturen, in denen Terpene entstehen. Dadurch entstand eine bemerkenswerte Verbindung zwischen Konsum, Botanik und wissenschaftlichem Verständnis.
Im technischen Bereich stand vor allem die industrielle Skalierbarkeit im Mittelpunkt vieler Gespräche. Eine zentrale Frage lautete: Wie lässt sich ein Aromaprofil reproduzierbar standardisieren – wie kann ein Getränk im Januar und im Juli genau gleich schmecken?
Die Antwort liegt häufig in rekonstruierten Terpenprofilen. Unternehmen wie CALI Terpene analysieren natürliche Pflanzenaromen molekular und bauen sie anschließend aus botanischen Terpenquellen anderer Pflanzen exakt nach. Dadurch entstehen stabile, rechtlich leichter handhabbare und industriell reproduzierbare Aromakompositionen.
Das Aroma der Innovation: CALI Terpene
Wenn man heute über das „Cali-Gefühl“ im Cannabissektor spricht, meint man meist den unverwechselbaren Duft von Elite-Genetiken. Dass dieser Duft heute legal in Form kleiner Fläschchen oder Sprays weltweit verfügbar ist, ist maßgeblich das Verdienst von Cali Terpenes S.L..
Die Wurzeln des in Barcelona ansässigen Unternehmens liegen paradoxerweise im sonnigen Kalifornien des Jahres 2016. Dort erkannten die Gründer Toni und Ferran – die bereits durch ihre Arbeit bei Eva Seeds Legendenstatus in der Züchterszene genossen – das enorme Potenzial isolierter Terpenprofile (Cali Terpenes, o.D.).
Was als spontane Idee während einer Reise begann, entwickelte sich rasch zu einem technologischen Vorreiterprojekt. Cali Terpenes spezialisierte sich darauf, die komplexen Aromen berühmter Sorten wie „Gorilla Glue“ oder „Amnesia“ molekular exakt nachzubilden, jedoch ohne psychoaktive Wirkstoffe. Diese technologische Meisterschaft ermöglichte es, das typische Cannabis-Aroma sicher in Branchen wie der Lebensmittelherstellung, der Kosmetik oder dem Vaping-Markt zu etablieren (Alchimia, 2017).
Ein besonderer Clou gelang dem Team mit der Erfindung des Terps Sprays, das die Aromatisierung von Produkten revolutionierte und das Unternehmen endgültig zum Weltmarktführer in diesem Segment machte. Heute steht Cali Terpenes nicht mehr nur für „Düfte“, sondern für eine neue Ära der funktionellen Aromen, die den sogenannten „Entourage-Effekt“ wissenschaftlich nutzbar machen (Cali Terpenes Blog, 2026). Mit einer Kombination aus botanischem Wissen und modernster Laboranalyse ist es ihnen gelungen, das Erbe der kalifornischen Cannabis-Kultur in ein legales, industrielles Format für das 21. Jahrhundert zu überführen.
Quellen
- Cali Terpenes (o.D.): Unsere Geschichte
- Alchimia (2017): Cali Terpenes – 100% natürliche cannabis terpene
- Cali Terpenes Blog (2026): Terpene Guide & News
- Mr. Hanf: Cali Terpenes Markenprofil
Für die Spitzengastronomie hingegen gilt sogenanntes Live Resin aktuell als eine der effektivsten Methoden, flüchtige Aromakomponenten zu erhalten. Durch Schockfrosten unmittelbar nach der Ernte bleiben besonders empfindliche Duftnoten erhalten – vergleichbar mit dem Unterschied zwischen getrocknetem Gewürz und frisch gepresstem Öl. Zudem erschließen sich die Terpene nach dem vorherigen Frosten besser als ohne diesen Schritt.
Kulinarische Anwendungen wurden konkret diskutiert: Vinaigrettes, Dessertglasuren oder aromatische Ölinfusionen zeigen, wie stark sich Terpene künftig in gastronomische Konzepte integrieren lassen könnten.
Technologisch spielen dabei kontrollierte Anbausysteme eine zentrale Rolle. Spider Farmer präsentierte beispielsweise Grow-Zelte mit nahezu vollständiger Klimakontrolle. Ziel solcher Systeme ist es, stabile Umweltbedingungen zu schaffen und unnötige physische Eingriffe zu vermeiden.
Temperaturmanagement erwies sich dabei als entscheidender Faktor. Flüchtige Monoterpene zeigen bereits bei moderaten Temperaturen erhöhte Verdampfungsraten, weshalb professionelle Terpengewinnung stark auf präzise Klimasteuerung angewiesen ist.
Demokratisierung des Lichts – Spider Farmer
In der Geschichte des Indoor-Gartenbaus gibt es eine Zeit vor und nach dem Aufstieg von Spider Farmer. Seit der offiziellen Gründung im Jahr 2015 hat das Unternehmen eine Mission verfolgt: Die technologische Kluft zwischen kommerziellen Großanlagen und dem privaten Hobbygarten zu schließen (Spider Farmer, o.D.). Durch die konsequente Nutzung von High-End-Komponenten, wie den marktführenden Samsung-Dioden, hat Spider Farmer bewiesen, dass maximale Effizienz kein Luxusgut sein muss (Spider Farmer Katalog, 2024).
Besonders die Einführung der SF-Quantenboards markierte einen Wendepunkt, der Heimanbauern weltweit ermöglichte, Ergebnisse auf professionellem Niveau zu erzielen – und das bei deutlich reduziertem Stromverbrauch (Spider Farmer Blog, 2022). Heute ist Spider Farmer längst kein reiner Lichthersteller mehr, sondern ein Systemanbieter, der digitale Steuerung und Hardware zu einem smarten Ökosystem verbindet. Wer heute nach dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis für seine „Vier Säulen des Genusses“ sucht, kommt an der hocheffizienten Strahlkraft von Spider Farmer nicht vorbei.
Quellen
- Spider Farmer (o.D.): About Us – Our Vision and Technology
- Spider Farmer (2024): Product Catalogue – Smart Growing Solutions
- Spider Farmer Blog (2022): Why Samsung LM301B Chips Matter for Your Harvest
Neben Spider Farmer bedienen auch AC Infinity und VIVOSUN das Segment der All-in-One-Systeme, wobei jedes dieser Unternehmen seine eigenen Schwerpunkte bei Qualität, Preis und Benutzerfreundlichkeit definiert.
Kontrollierte Anbauumgebungen spielen eine wichtige Rolle. Lösungen, die eine präzise Klima- und Umgebungsregulierung ermöglichen, bieten die wesentlichen Faktoren für eine stabile Terpenentwicklung.
Was letztlich besonders hängen blieb, war der Community-Aspekt. Trotz wachsender Kommerzialisierung blieb der Wissensaustausch erstaunlich offen.
Ein Workshop zum Thema „Terpene Pairing“ erinnerte stark an klassische Weinseminare: Pinen harmonierte mit Säurestrukturen, während Linalool als florale Komponente fettreiche Speisen ausbalancieren konnte, man lernt nie aus.
Fazit
Mein Besuch der Mary Jane 2025 fühlte sich wie ein Blick in eine mögliche Zukunft der Kulinarik an. Während etablierte Verbrauchermessen weiterhin wichtige Orientierung bieten, zeigte diese Veranstaltung vor allem eines: Aroma entwickelt sich zunehmend zu einem eigenständigen Innovationsfeld.
Das enorme Besucherinteresse unterstreicht die wachsende gesellschaftliche Relevanz des Themas. Trotz technischer Herausforderungen bei den Aufnahmen überwogen klar die gewonnenen Einblicke.
Die Verbindung zwischen Botanik, Lebensmitteltechnologie und Gastronomie wird sich in den kommenden Jahren vermutlich weiter intensivieren. Terpene könnten dabei eine Schlüsselrolle spielen – sowohl in der experimentellen Spitzengastronomie als auch in der industriellen Lebensmittelentwicklung.
Ich freue mich darauf zu beobachten, wie sich diese Aromawelt weiterentwickelt und ihren Weg auf unsere Teller findet.
Die Architektur des Genusses: Vier Säulen einer neuen Ära
In einer Branche, die sich in Rekordgeschwindigkeit vom Hinterhof-Image zum High-End-Lifestyle-Sektor entwickelt, formen vier Akteure beispielhaft eine Synergie, die weit über das bloße Produkt hinausgeht. Man kann sie als die „Vier Säulen des Genusses“ bezeichnen: Ursprung, Terroir, Essenz und Erlebnis. Neben weiteren Interview-Partnern, sind eben dies meine Gegenüber, um die vier Säulen auch kulinarisch zu hinterfragen.
Die erste Säule, der Ursprung, wird durch Dutch Passion repräsentiert. Als die „Urväter“ der Branche lieferten sie mit der Erfindung feminisierter Samen das genetische Fundament. Ohne ihre jahrzehntelange Arbeit an stabilen Klassikern gäbe es heute keine verlässliche Basis für Züchter und Konsumenten weltweit (Dutch Passion, o.D.).
Darauf baut die zweite Säule auf: das Terroir, verkörpert durch die Humboldt Seed Company. Wie ein edler Wein lebt Cannabis von seiner Umgebung. Die Kalifornier haben es verstanden, die wilde Kraft des Emerald Triangle durch wissenschaftliche Phänotyp-Selektion zu domestizieren, ohne die sensorische Seele der Pflanze zu verlieren. Sie liefern die genetische Komplexität, die Kenner heute als „Cali-Qualität“ suchen (Humboldt Seed Co., 2024).
Die dritte Säule ist die Essenz, exemplarisch besetzt durch Cali Terpenes. In einer kulinarischen Revolution haben sie das Aroma von der psychoaktiven Wirkung entkoppelt. Durch die molekulare Rekonstruktion von Terpenprofilen ermöglichen sie eine sensorische Integration von Cannabis in Lebensmittel, Getränke und Kosmetika. Sie machen das „Aroma der Innovation“ für die Gourmet-Küche und die Industrie weltweit nutzbar (Cali Terpenes, o.D.).
Die vierte und entscheidende Säule für den Endverbraucher ist das Erlebnis, das durch HANF.com (CWE Holding) geschaffen wird. Als größte Fachhandelskette Deutschlands bietet das Unternehmen die physische Bühne für diese Entwicklungen. Hier trifft die Wissenschaft auf den Lifestyle. HANF.com kuratiert die Ergebnisse von Genetik und Aromen-Forschung und macht sie in einem modernen, seriösen Einzelhandelsumfeld für die Gesellschaft zugänglich (HANF.com, o.D.; Newsfile Corp., 2026).
Das Zusammenspiel dieser Akteure zeigt: Die Zukunft des Sektors liegt nicht im THC-Gehalt, sondern in der sensorischen Meisterschaft. Ob durch standardisierte Terpen-Pairings in der Gastronomie oder exklusive „Shop-in-Shop“-Konzepte – die Verschmelzung von pharmazeutischer Präzision (wie sie auch Experten wie Alexander Daske fordern) und kulinarischem Anspruch wird den Markt von morgen definieren.
Quellen
- Dutch Passion (o.D.):The History of Dutch Passion
- Humboldt Seed Company (2022): Phenojagd und Züchtung mit Nat Pennington
- Cali Terpenes (o.D.):Terpene Guide & Industry Standards
- com / CWE Holding (o.D.): Über uns & unsere Mission
- Newsfile Corp. (2026): Neural Portfolio Company Hanf.com Reports Strong Results
Macht Euch bereit, die Mary Jane Berlin 2026 steht bereits in den Startlöchern! 2026 ist ein besonderes Jahr – die Mary Jane wird 10, feiert mit der Community in Berlin!
B2B Fachbesucher-Tag 11.06.2026 / Messe & Festival 12.06.2026 bis 14.06.2026
Die von mir auf der Mary Jane 2025 geführten Interviews mit internationalen & nationalen Branchenvertretern wie Dutch Passion, Humboldt Seeds (HSC), CALI Terpenes, HANF.com zum Thema Terpene werde ich in einer Serie ab Mai 2026 veröffentlichen – so habt Ihr ausreichend Zeit zur Mary Jane 2026 detaillierte Hintergrundinfos & Lust auf die Welt der Terpene zu bekommen.
Darüber hinaus wird es Beiträge zur technischen Handhabe, sprich dem Umgang mit Terpenen, sowie eine Hand voll Terpen-Rezepte zum Ausprobieren geben – seid gespannt.
Bis dahin, auch weiterhin viel Vergnügen mit foodadvisor.eu.
Quellen & Referenzen
- Pressemitteilung Mary Jane Berlin 2025
- Abschlussbericht FRUIT LOGISTICA 2025
- Vor-Ort-Interviews mit Ausstellern und Branchenvertretern
- Eigene Beobachtungen und Recherchen von foodadvisorblog.eu
Das Epizentrum der europäischen Hanf-Kultur – Mary Jane
Was im Jahr 2016 in einer Berliner Postbahnhof-Halle begann, hat sich zur wichtigsten Drehscheibe der europäischen Cannabis-Industrie entwickelt: die Mary Jane Berlin. Als größte Fachmesse Deutschlands ist sie heute weit mehr als ein reines Event – sie ist das Barometer für den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel (Mary Jane, o.D.). Jährlich versammeln sich tausende Besucher und hunderte Aussteller aus aller Welt unter dem Funkturm, um die neuesten Innovationen in den Bereichen Genetik, Anbautechnologie und Medizin zu präsentieren.
Die Besonderheit der Mary Jane liegt in ihrer hybriden DNA: Sie verbindet eine professionelle B2B-Plattform mit einem lebendigen Festival-Charakter, inklusive des renommierten „Cannabis Congress“, auf dem internationale Experten über die Zukunft der Legalisierung und Forschung debattieren (Mary Jane Blog, o.D.). Mit dem Umzug in die Messe Berlin im Jahr 2024 hat die Veranstaltung ihren endgültigen Status als globale Leitmesse untermauert. Wer heute den Puls des deutschen Marktes fühlen will, kommt an diesem Wochenende in Berlin nicht vorbei.
Quellen
- Mary Jane (n.D.): Über uns
- Mary Jane (n.D.): Aussteller & Hallenplan
- Mary Jane (n.D.): Blog, Konferenz & B2B
Copyright und redaktionelle Verantwortung
Bei der Erstellung dieses Beitrags wurden während der Recherche KI-gestützte Systeme eingesetzt, darunter OpenAI ChatGPT, Google Gemini sowie Anthropic Claude. Die KI-Nutzung erfolgte ausschließlich unterstützend. Redaktionelle Auswahl, Bewertung, Strukturierung, inhaltliche Prüfung sowie journalistische Verantwortung lagen vollständig beim Herausgeber.
Alle Beiträge und Interviews bleiben Eigentum des Autors. Nutzung oder Vervielfältigung nur mit ausdrücklicher Genehmigung. Meinungen spiegeln die Ansicht des Autors wider. Irrtümer vorbehalten.
Haftungsausschluss: Die Informationen in diesem Artikel dienen ausschließlich Bildungs- und Unterhaltungszwecken. Die kulinarische Verwendung von Terpenen sollte stets im Einklang mit den lokalen Gesetzen erfolgen. Alle Rechte an Inhalten und Bildern liegen beim Herausgeber.







































